Ulm (ots) – Distanz halten zum Fall und zu den Beteiligten zählt
zu den Tugenden eines guten Richters. Abträglich ist eine andere
Eigenschaft, die mit professionellem Abstand nichts zu tun hat:
Weltfremdheit. Wenn sich die Bundesfinanzrichter die Mühe gemacht
hätten und ein Bild von den Leistungen der Eltern gemacht hätten, die
in vielen Schulen für ein gesundes Mittagessen sorgen, wäre ihr
Urteil zur Besteuerung der Küchenumsätze anders ausgefallen. Eigene
Anschauung ist durch nichts zu ersetzen.
Zu Recht fühlen sich die vielen Elterninitiativen vor den Kopf
gestoßen durch diesen Richterspruch. Er berücksichtigt nicht das
Engagement Tausender von Müttern und Vätern für die Ganztagsschule
und für die Gesundheit der Kinder. Dort wird ehrenamtlich ohne
finanzielle Gewinnabsicht gewirkt. Der Gewinn ist allein von ideeller
Natur.
Eltern, die in Schulen kochen, sorgen für ein erschwingliches
Mittagsgericht, insbesondere auch für jene sozial benachteiligten
Kinder, die dies zuhause nicht erhalten. Sie machen sich auch
verdient um das Klima in der Schule. Zusammen mit den Elternbeiräten
lassen sie eine Atmosphäre entstehen, in der das Lernen ersprießlich
ist.
Die Mitglieder der Landesregierung, die sich am Lamento über das
Urteil beteiligen, tun gut daran, mitzuhelfen, eine schnelle,
pragmatische Lösung zu finden. Ohne eine solche Lösung verlieren
viele Engagierte die Lust an ihrem Einsatz.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
Telefon: 0731/156218
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