Ulm (ots) – W er dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht,
lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.” Vor allem dieser Satz Guido
Westerwelles im Zusammenhang mit Hartz-IV-Bezügen und die
dahintersteckende menschenverachtende Gesinnung sorgt für Aufruhr.
Dabei lässt sich durchaus leidenschaftlich und kontrovers, aber
dennoch sachlich über das Thema Hartz IV diskutieren. Schon zum
Jahreswechsel wurde genau fünf Jahre nach Inkrafttreten der noch von
der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder verabschiedeten
Regeln das Für und Wider breit erörtert. Auch Schwächen präzise
benannt.
Von Westerwelle war da nicht viel dazu zu hören. Nun, da die
Umfragewerte der FDP einbrechen, auf dem Rücken der Schwachen
herumzutrampeln und bei einem monatlichen Haushaltseinkommen von
weniger als 500 Euro pro Person von “Wohlstand” zu faseln, zeugt von
Realitätsferne. Der Herr Vize-Kanzler und Außenminister hat offenbar
noch nicht begriffen, dass er die Worte etwas sorgfältiger wägen
muss, als er es als Chef einer kleineren Oppositionspartei gewohnt
war.
Diese Republik ist seit Adenauer und Erhard ganz gut damit gefahren,
dass sie sich beim Streben um Wettbewerb und Wohlstand stets auch um
einen sozialen Ausgleich in der Gesellschaft bemüht hat. CDU und CSU
tun gut daran, ihrem Koalitionspartner nicht durchgehen zu lassen,
dass er mal eben die Systemfrage stellt.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Lothar Tolks
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