Frankfurt (ots) – In Italien sind bei der Stadt Monza, nördlich
von Mailand, Tausende von Kubikmetern Altöl in den Po-Zufluss Lambro
geleitet worden. Der massive Akt mutwilliger Umweltzerstörung könnte
nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation WWF der Todesstoss für
den ohnehin bereits durch Nährstoffeinträge und Abwässer stark in
Mitleidenschaft gezogenen Lambro sein. Der WWF rechnet außerdem mit
verheerenden Auswirkungen auf den nahegelegenen Naturpark Parco della
Valle del Lambro und auf das gesamte Po-Ökosystem. “Wasservögel und
Fische sind die ersten, die unter dieser Katastrophe zu leiden
haben”, warnt Martin Geiger, Leiter Bereich Süßwasser beim WWF
Deutschland. Doch auch die Landwirtschaft und die Bewohner der Region
dürften mit den Folgen zu kämpfen haben. Bereits jetzt habe das Altöl
eine gefährliche Kettenreaktion in Gang gesetzt, etwa da wegen der
Verschmutzung die Kläranlagen der Region ausgefallen sind und die
Abwässer nun ungefiltert in den Fluss geleitet werden.
Nach Informationen des WWF-Projektbüros in Vanzago seien bereits
zahlreiche verschmutzte Wildenten und Graureiher gesichtet worden.
Einige Wasservogel-Arten hätten außerdem gerade mit dem Nestbau und
der Brutphase begonnen. Neben dem Fluss könnten auch die Auen in
Gefahr geraten, etwa wenn es wegen einsetzenden Tauwetters und
Schneeschmelze zu Hochwasser und Überflutungen käme. Dann würde mit
dem Wasser auch das gefährliche Öl in die Auen gelangen. Der WWF
fordert neben sofortiger Hilfsmaßnahmen, um das Öl zu beseitigen,
auch strengere Umweltschutzauflagen für Industriebetriebe. Außerdem
müsse der Lambro durch Ausgleichsmaßnahmen endlich wieder in ein
gesundes, sich selbst reinigendes Ökosystem zurückgewandelt werden.
Pressekontakt:
WWF World Wide Fund For Nature
Roland Gramling
Telefon: 069/ 79 144 216
E-Mail: Roland.Gramling@wwf.de
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