Schuschkewitsch: Litauische Besorgnis um das weißrussische AKW ist nachvollziehbar



Sankt Petersburg (ots) – “Die litauische Besorgnis um das künftige weißrussische AKW ist nachvollziehbar”, sagt Prof. Stanislaw Schuschkewitsch, Atomphysiker und ehemaliger Vorsitzender des Obersten Rats der Republik Weißrussland.

“Wenn man – und ich meine dabei die weißrussische Regierung – ein Atomkraftwerk 50 km entfernt von der Hauptstadt eines anderen Staates bauen will, dann soll man Experten und Beobachter aus diesem Land einladen, um die Frage zu lösen, wie es unter guten Nachbarn üblich ist, und erklären, dass es keinen Anlass zu Sorgen gibt. Aber an die Situation wird leider anders herangegangen”.

Was den Bau eines Atomkraftwerks im Kaliningrader Gebiet betrifft, so merkte der Politiker an, dass diese Kapazitäten da nicht besonders nötig seien, weil die Region gut mit Energie versorgt werde. “Dennoch wollen die Russen Strom verkaufen, und sie haben ein Recht darauf”, so der ehemalige Leiter des weißrussischen Obersten Rats.

Der Politiker hält die Atomenergie für sehr aussichtsreich, da der Energiebedarf weltweit ständig steigt. “Es steht seit langem fest: Wenn der Pro-Kopf-Stromverbrauch in einem Land niedrig ist, dann spricht es für einen niedrigen Lebensstandard. Zum Beispiel verbraucht man in Weißrussland 3.000 kWh pro Person und in Norwegen – 19.000 kWh”.

Was die Frage nach dem möglichen Bau eines Atomkraftwerks durch mehrere baltische Länder angeht, so betonte der Wissenschaftler, dass es sinnvoller wäre, gemeinsam ein AKW zu errichten. “Das ist günstiger und die Verantwortung ist dabei höher. Man könnte auch mehr Experten dazu heranziehen, und es wäre leichter, Investitionen zu finden. Aber diese Frage wird überflüssig politisiert, und daraus resultieren die Tendenzen, die nicht auf eine natürliche Wirtschaftsentwicklung und das Wohl von Menschen gerichtet sind”, so Stanislaw Schuschkewitsch.

Die gemeinnützige Partnerschaft “RBMC” führt eine Untersuchung zu den Perspektiven der Atomenergie im Ostseeraum durch. Einer der Analysebereiche besteht aus ausgewählten Meinungsbeiträgen von Politikern, Unternehmern und Energieexperten.

Rückfragehinweis: Denis Pleshchenko 10-line V.O. 3, Sankt Petersburg, 197110 Tel.: 007 911 985 6237 e-mail: dp@cirp.ru

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