Hamburg (ots) – In der Urzeit war Deutschland eine Savanne – und
ein Paradies für Waldelefanten. Die Dickhäuter, die damals weite
Teile Mitteleuropas beherrschten, erreichten eine Schulterhöhe von
mehr als vier Metern und wogen bis zu elf Tonnen: doppelt so viel wie
Afrikanische Elefanten, die größten lebenden Landsäugetiere. Das
berichtet NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in der April-Ausgabe (EVT
26.3.2010). In den vergangenen Jahren bargen Forscher in einem
ehemalige Braunkohletagebau im östlichen Harzvorland die Überreste
von rund 70 Waldelefanten und Skelette hunderter weiterer Tiere. Hier
erstreckte sich einst ein See mit einer Fauna, wie man sie in dieser
Vielfalt heute nur noch an den Wasserstellen Ost- und Südafrikas
beobachten kann. Hirsche, Wildrinder und Wildpferde, Wald- und
Steppennashörner kamen zu den Tränken. Fleisch-, Aas- und
Knochenfresser wie Löwen, Wölfe, Hyänen folgten ihnen. Waldelefanten
suhlten sich im Uferschlamm, nahmen Staub- und Sandbäder und ruhten
unter den Bäumen. Die Forscher fanden auch Spuren von Feuerstellen,
an denen frühe Menschen – wohl Vor-Neandertaler – Tiere zerlegten und
das Fleisch trockneten. Gegen Ende der Warmzeit starben jene Tiere
aus, die der Kälte nicht gewachsen waren, darunter auch die
Waldelefanten. Stattdessen beherrschten nun Mammuts das Land. Als es
Jahrtausende später wieder wärmer wurde, kehrten neben anderen
Säugetieren auch die Waldelefanten nach Europa zurück, konnten sich
aber nicht langfristig durchsetzen.
Die Ausstellung in Halle “Elefantenreich – Eine Fossilwelt in
Europa” im Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale) dokumentiert
zurzeit die Forschungsergebnisse über die Europäischen Waldelefanten.
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Sandra Pickert
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