Heidelberg (ots) – Die Bilder der in Särgen heimkehrenden
Bundeswehrsoldaten sind die bittere Kehrseite der Mandatierung des
Afghanistan-Einsatzes durch die Politik. Niemand bringt sich gerne
freiwillig in die Nähe des äußersten Preises, den diese vom Parlament
legitimierte Mission verlangen kann. Aber wer durch aufmunternde
Reden im Parlament oder durch Truppenbesuche in Kundus dem Nutzen des
Einsatzes das Wort redet, der muss sich auch neben die Särge mit den
Toten stellen.
Die Antennen der Bundeskanzlerin waren sensibel genug, zu
registrieren, dass sie der Trauerfeier heute nicht mehr ausweichen
kann, wie sie es in der Vergangenheit getan hat. Denn diese drei
weiteren Toten – von jetzt 39 – bedeuten auch eine Zäsur. Sie beginnt
mit der faktischen Anerkennung, dass sich die Bundeswehr dort im
Krieg befindet. Sie schließt die Erkenntnis ein, dass die Deutschen,
die ursprünglich nicht als Krieger kamen und dafür auch nicht optimal
ausgerüstet sind, heute zu den exponierten Zielen der Terroristen
zählen. Daraus folgt, dass sich in Bezug auf Bewaffnung und
realistischere Einstellung zum Einsatz schnell etwas ändern muss,
wenn die bisherigen Opfer nicht sinnlos gewesen sein sollen. Merkels
Geste als Gast der Trauerfeier drückt genau das alles aus.
Pressekontakt:
Rhein-Neckar-Zeitung
Manfred Fritz
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