Heidelberg (ots) – Inzwischen müssen die Gesundheitsbehörden
befürchten, dass ein Teil der 50 Millionen Impfdosen liegenbleibt,
also Geld zum Fenster hinausgeworfen wird. Dazu hat die amtliche
Desinformation beigetragen. Denn es ist kaum zu vermitteln, sich
gegen eine “harmlose” Virusgrippe mit einem auf die Schnelle
hergestellten Impfstoff schützen zu sollen, für dessen Austestung
kaum Zeit war. Der zusätzliche Verdacht, dass es ein besseres und
einen schlechteres Serum gebe, hat das Kommunikationsdesaster noch
vergrößert. Aber vor allem wurde ängstlich vermieden, den wahren
Grund für eine Massenimpfung zu nennen: Sie dient erst in zweiter
Linie dem eigenen Schutz. Soll aber die epidemische Ausbreitung des
Virus verhindern und damit die rechnerische Möglichkeit verringern,
dass dieses dabei bösartig mutiert. Es ist der Kampf gegen eine
Wahrscheinlichkeitsrechnung. Nur wer sich impfen lässt, verhält sich
gegenüber der Gemeinschaft solidarisch. Das wäre die ehrliche
Botschaft gewesen. Hat man ihrer Überzeugungskraft misstraut?
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Rhein-Neckar-Zeitung
Manfred Fritz
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