Heidelberg (ots) – Von Christian Altmeier
Frank-Jürgen Weise ist um seine Aufgabe nicht zu beneiden. Schon
allein die jüngste Debatte um Ausbildungs- und Ausrüstungsmängel der
Bundeswehr in Afghanistan zeigt, wie akut der Reformbedarf bei der
Truppe ist. Hinzu kommen zahlreiche andere Schieflagen, wie etwa der
vom früheren Wehrbeauftragten Reinhold Robbe angeprangerte
Ärztemangel oder die Frage, ob die immer weiter ausgehöhlte
Wehrpflicht auf Dauer erhalten bleiben soll – und wenn ja, wie die
Wehrpflichtigen künftig sinnvoll eingesetzt werden können. Denn in
ihren wesentlichen Strukturen ist die Bundeswehr noch immer auf die
Anforderungen des Kalten Krieges ausgerichtet. Um dies zu ändern
bedarf es nicht einzelner Korrekturen, sondern einer grundlegenden
Transformation.
Erschwerend für Weise kommt hinzu, dass die gut ausgestattete,
moderne Interventionsarmee der Zukunft keine zusätzlichen
Steuergelder kosten darf. Stattdessen soll er versteckte Ressourcen
bei der Bundeswehr aufspüren. Doch nicht nur der Berater ist
gefordert. Die politisch Verantwortlichen, allen voran
Verteidigungsminister zu Guttenberg, müssen die Reformen entschlossen
und zügig umsetzen. Das ist die Regierung den Soldaten – nicht nur in
Afghanistan – schuldig.
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