Heidelberg (ots) – Die Rhein-Neckar-Zeitung (Heidelberg)
kommentiert zum Spitzentreffen der schwarz-gelben Koalition:
“Gut, dass wir drüber geredet haben. So lautet das stolze Ergebnis
der Spitzenrunde am Mittwoch, des zweiten Neustarts in vier Monaten.
Aber tatsächlich: Immerhin haben die Koalitionäre mit-, nicht
übereinander geredet, wie zuvor im medialen Fern-Duell: Interviews
und Gastbeiträge als Fortsetzung des Politischen Aschermittwochs mit
anderen Mitteln. Der Eindruck der “Wunschkoalition”, er will sich
partout nicht einstellen.
Diese Koalition sei “zum Erfolg verdammt”, raunt man sich in der
Union zu. Wohl wahr – insofern, als von einem Bruch keine der drei
Parteien profitieren würde. Einen zweiten Partnerwechsel würde Merkel
politisch nicht überleben. Zumal Schwarz-Grün auch rechnerisch (noch)
keine Alternative ist. Den Rückschritt zu einer Großen Koalition
kann sich niemand leisten. Blieben nur vorzeitige Neuwahlen, von
denen Westerwelle empfindliche Einbußen – auch fürs eigene Ego – zu
erwarten hätte. Und kein anderes potentielles Bündnis verfügt über so
viele Stimmen im Bundesrat wie Schwarz-Gelb (auch wenn die Mehrheit
durch die NRW-Wahl in Gefahr ist).
Es sind noch 43 Monate bis zur nächsten Bundestagswahl. Daraus dürfen
nicht 21 Neuanfänge werden. Es wird Zeit, dass die Beteiligten das
auch selbst merken.”
Pressekontakt:
Rhein-Neckar-Zeitung
Manfred Fritz
Telefon: +49 (06221) 519-0
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