Rheinische Post: Zwanzigers Abgang Kommentar Von Martin Beils



Düsseldorf (ots) – Egidius Braun ist mit seinen Stiftungen als “Das soziale Gewissen” in die Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eingegangen. Sein Nachfolger, Gerhard Mayer-Vorfelder, erwarb ewigen Ruhm, als er das Sommermärchen 2006 nach Deutschland holte. Und Theo Zwanziger? Der wollte auch einen vorderen Platz in der Ehrengalerie. Im Frauenfußball erspähte er eine Chance, sich aufs Podest vorzuarbeiten. Die WM in Deutschland war zwar ein Erfolg – doch ob der nachhaltig wirkt, muss leider bezweifelt werden. Der große sporthistorische Wurf ist Zwanziger nicht gelungen. Als der zehnte DFB-Präsident vor gut zwei Jahren nach Robert Enkes Tod eine herausragende Trauerrede hielt, galt er als so etwas wie ein Ersatz-Bundespräsident. Doch in den vergangenen Monaten ist sein Stern gesunken. Zwanziger hat sich verzettelt, er hat sich verrannt. Bemerkenswert ist, dass er national keine Herausforderungen mehr erkennt, wie er sagt. Dabei mangelt es an Aufgaben für einen DFB-Präsidenten nicht: Gewaltexzesse, Homophobie, Schiedsrichterskandale, Manipulation. All diese Themen sind enorm wichtig für Fußball und Gesellschaft. Doch Ruhm versprechen sie dem, der sie löst, nicht.

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