Düsseldorf (ots) – von Godehard Uhlemann
War der Umgang der spanischen Politik mit der von der EU und
anderen internationalen Organisation als terroristische Vereinigung
eingestuften Eta blauäugig? War es wirklich realistisch zu glauben,
die Eta habe von ihrem bewaffneten Kampf für ein von Spanien
losgelöstes Baskenland abgelassen, nur weil in den vergangenen Jahren
immer wieder Begriffe wie Waffenruhe oder Waffenstillstand fielen?
Noch im Juni 2006 kündigte die sozialistische Regierung in Madrid an,
Friedensverhandlungen mit der Eta aufnehmen zu wollen. Die heutige
Wut Spaniens über die Eta-Bomben der letzten Tage ist zum Teil auch
die Wut über die eigene Selbsttäuschung. Zur Erinnerung: Die Eta hat
nie versprochen, Waffen und Sprengstoff abzugeben.
Spanien hat große Fortschritte im Kampf gegen den Terror gemacht.
Eine ganze Führungsriege der baskischen Separatisten sitzt im
Gefängnis. Frankreichs Süden will nicht länger als Rückzugsraum
dienen. Doch die Fahnder waren sich zu siegessicher, indem sie auf
die seit langem aktenkundigen Terrorpläne für Mallorca nicht
reagierten. Bei der Eta ist eine junge Tätergeneration nachgewachsen,
die offensichtlich radikal denkt und handelt, auch wenn viele Basken
die Nase voll vom Terror haben.
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