Rheinische Post: Wachstumskrise war absehbar von Georg Winters



Düsseldorf (ots) – Man kann lange darüber lamentieren, dass Europas Schuldenkrise in dieser Form nie hätte stattfinden müssen. Tatsache ist: Sie verhagelt dem Kontinent das so dringend benötigte Wachstum. Und all die Berufsoptimisten (besonders in Deutschland), die noch vor Monaten anhaltenden Aufschwung predigten, müssen nun eingestehen, dass sie entweder blauäugig waren oder wider bessere Einsicht die Öffentlichkeit hinters Licht führten. Die Stagnation, die womöglich zur Rezession wird, war früh absehbar. Denn die Milliarden, die ein Staat in die Rettung maroder europäischer Nachbarn steckt, kann er nicht selbst investieren. Und wer aus gutem Grund zum rigiden Sparen verdammt ist, kann kein eigenes Wachstum erzeugen. Das geht nur, wenn man wie Griechenland immer weiter in den Schuldensumpf rutscht. Darunter leiden auch die anderen und am Ende auch die Deutschen, die als Export-Weltmeister so dringend auf die Abnahme ihrer Waren durch das Ausland angewiesen sind – einschließlich der USA, deren Schuldenkrise nicht weniger verheerend ist als die in Europa. Kein Zweifel: Es gibt keine Alternative mehr zu den Rettungsaktionen in Europa. Aber es gehört zur politischen Aufrichtigkeit, die ökonomischen Konsequenzen früh zu benennen. Aber dazu fehlt in der Politik oft der Mut.

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