Düsseldorf (ots) – Jahrzehntelang organisierte sich die Bundeswehr
für einen Einsatz, den sie durch ihre Existenz zu verhindern
versuchte: die Abwehr eines Angriffs von außen. Dafür sollten im
Verteidigungsfall Millionen Männer mobilisiert werden können. Der
kalte Krieg ist vorbei, und nun hinkt die Truppe ihren Einsätzen
hinterher. 250.000 Soldaten – aber nur weniger als 10.000 von ihnen
können auch Auslandsaufträge erfüllen? Schon das zeigt den
Reformbedarf. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg tut
gut daran, die Strukturen der Realität anzupassen. Und prinzipiell
ist es auch gut, sich bei Umbau-Ideen nicht nur auf die Binnensicht
zu verlassen.
Nach der Weizsäcker- also die Weise-Kommission. Hatte die eine
1999/2000 unter Leitung des Alt-Bundespräsidenten noch zusätzliche
Mittel verlangt, damit die Truppe den Ansprüchen genügen kann, so
bekommt das neue Gremium unter dem Chef der Arbeitsagentur gleich
vorgegeben, versteckte Ressourcen zu heben. Weise wird also
nachweisen müssen, dass nach der groß angekündigten Transformation
mehr kommen soll als bloß ein Transförmchen. Beim Ausgleichen größter
Schieflagen – etwa im Sanitätsbereich darf der Minister ohnehin
nicht warten, bis Weise zum Jahresende Vorschläge macht.
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