Düsseldorf (ots) – Geschätzt werden im Leben, ganz besonders im
politischen, zwar die klaren, kantigen Entscheidungen. Oft aber
weisen Klugheit und Vernunft den Weg zum Kompromiss. Er ist nicht
zwangsläufig “faul”, oft sogar ein Königsweg. Als ein solcher
erscheint die Einigung im elend lang währenden innen- und
außenpolitisch gespeisten Streit über die Präsidentin des Bundes der
Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach, und deren prinzipiell richtiger
Präsenz in der lobenswerten, von Steinbach mitinitiierten Stiftung
“Flucht, Vertreibung, Versöhnung”.
Wer Anfang des Monats bei einer Veranstaltung in Düsseldorf miterlebt
hat, wie die BdV-Präsidentin für das Erinnern an das millionenfache
Vertreibungsleid und -unrecht warb und zugleich Heißsporne in den
eigenen Reihen, die alte Eigentumsrechnungen gegenüber Polen
aufmachen wollen, in die Schranken verwies, dem wurde klar: Steinbach
ist eine vorzügliche Vertriebenen-Anwältin. Sie stritt in den
zurückliegenden Monaten hart, aber fair, was man von ihren Gegnern in
Warschau und in Berlin in dieser Dopplung nicht sagen kann. Dass
Steinbach erreicht hat, dass bei der Besetzung des Stiftungsrates
mehr Demokratie gewagt, also das Parlament gestärkt wird, macht ihren
guten Kampf noch besser.
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