Rheinische Post: Neue Sorge um Opel



Düsseldorf (ots) – Ein Kommentar von Thomas Reisener:

Jeder fünfte Neuwagen war 1973 in Deutschland ein Opel. Inzwischen dümpelt der Marktanteil bei acht Prozent. Das einzige, was bei Opel stabil ist, sind die Verluste. Wer kein Herz für die deutsche Automobil-Tradition hat, wird fragen: Warum begnügt sich Opel nicht mit profitablen drei Prozent Marktanteil, anstatt beim hoffnungslosen Kampf um die alte Größe fortwährend Geld zu verbrennen? In der Detroiter GM-Zentrale ist zwei Jahre nach der Fast-Pleite für Sentimentalitäten kein Platz. Deutsche Automobil-Nostalgie interessiert dort nicht. Wohl aber die Frage, wie lange man sich die Verluste bei der deutschen Tochter noch leisten will. Natürlich liegen die Pläne für die nächsten Werksschließungen bei Opel längst in einer Detroiter Schublade. Etwas anderes zu vermuten, wäre naiv. Aus Opel-Sicht ist das ungerecht. Technisch gesehen sind der Insignia, der Astra und der Meriva gute Autos. Aber aus der globalen Perspektive sitzt Opel zwischen allen Stühlen: Zu klein, um weltweit mithalten zu können, und zu groß für die Rolle des Nischenanbieters. Zu teuer, um mit japanischen Massenherstellern konkurrieren zu können, und technisch nicht innovativ genug für den Premium-Markt. Wofür steht die Marke Opel eigentlich noch?

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