Düsseldorf (ots) – Was mag Angela Merkel bewogen haben,
kurzfristig als erste deutsche Regierungschefin persönlich gefallene
Soldaten zu ehren? Das Gefühl war es wohl eher nicht. Das wurde im
Unterschied der Traueransprachen deutlich. Neben dem emotional
aufgewühlten, menschlich wärmenden Verteidigungsminister wirkte die
Kanzlerin eher kühl. Auch die Spekulation, Merkel sei einem
Medien-Appell gefolgt, greift sicherlich zu kurz. Das wäre eine zu
billige Erklärung.
Ihre Ansprache und ihre Entscheidung, heute auch das
Einsatzführungskommando zu besuchen, enthüllen die wahre Motivation.
Merkel weiß, dass der von Gerhard Schröder begonnene, von der
Mehrheit abgelehnte Einsatz ihre ureigenste Angelegenheit geworden
ist. Sie hat das neue Konzept mitgeprägt. Also ist es ihr Einsatz,
sind es auch ihre Toten. Sie hat für sich entschieden, ohne Wenn und
Aber dazu zu stehen. Und zwar mit mutiger Offenheit. Nicht jeder
hätte bekannt, an der Unabweisbarkeit des Einsatzes gezweifelt zu
haben. In intensiver Abwägung dann doch dafür einzutreten, ist ihr
Versuch, im Angesicht der Toten dafür zu werben, dass deren Opfer
nicht vergebens war. Die Kanzlerin verband es mit dem Versprechen,
“keinen Tag länger als unbedingt nötig” zu bleiben. Mit der
Verbeugung vor den Toten ein markantes Versprechen.
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