Düsseldorf (ots) – Die Bundeskanzlerin hat gestern im Bundestag
vernünftige Worte zu den zahlreichen Fällen sexuellen Missbrauchs
Minderjähriger gesprochen. Selten wünscht man sich das
Geschwisterpaar Klarheit und Wahrheit so eng beieinander wie bei der
notwendigen Aufklärung und Aufarbeitung der Widerwärtigkeiten beim
lüsternen Umgang Einzelner mit ihren Schutzbefohlenen.
Angela Merkel ist auch dafür zu loben, dass sie anders als bei ihrer
unangemessenen Papst-Zurechtweisung im Zusammenhang mit dessen
Haltung zum Holocaust der Versuchung widerstand, mit dem Finger
allein auf die katholische Kirche zu zeigen. Diese steht zwar derzeit
zu Recht in der Kritik, aber die weit überwiegende Zahl sexueller
Übergriffe gegen Kinder und Jugendliche findet in deren familiärem
Umfeld statt. Es wird von einigen nicht gerne gehört dennoch muss
zur Ehrenrettung der vielen tadellosen Geistlichen mit pädagogischem
Ethos festgestellt werden, dass Kinder in kirchlichen Institutionen
hervorragend aufgehoben sind.
Befremdlich klingt der Vorwurf der Grünen-Fraktionschefin Künast an
Merkel, sie nehme den Papst mehr in Schutz als gefährdete Kinder.
Spitzenleute einer Partei, aus deren Reihen in den 80er Jahren die
Abschaffung des Sexualstrafrechts proklamiert wurde, wünscht man sich
jetzt etwas kleinlauter.
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