Düsseldorf (ots) – Angela Merkel kann zu den fast täglich bekannt
werdenden neuen Details in der Affäre um den Luftschlag von Kundus
nicht länger schweigen. Zu viele Widersprüche tun sich bei der
verheerenden Militäraktion in Afghanistan auf. Und auch
Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg muss endlich
nachvollziehbar erklären, warum er zuerst die Aktion in Kundus für
militärisch notwendig hielt und dann exakt das Gegenteil verkündete.
Die Kundus-Affäre hat sich längst zur bislang schwersten Krise der
neuen Regierung ausgeweitet. Dabei geht es in erster Linie gar nicht
um die Schuldzuweisung bei diesem Militärschlag. Denn es ist
vermessen, aus sicherer Entfernung das persönliche Verhalten der
Beteiligten vor Ort in einem kriegsähnlichen Einsatz zu beurteilen.
Aber die Öffentlichkeit hat ein Recht, die genauen Umstände der
Aktion zu erfahren. Sie muss sich darauf verlassen können, dass die
Befehls- und Informationslinien vom Minister bis zu den Soldaten im
Einsatz funktionieren. Es muss klar sein, dass ein ziviler
Verteidigungsminister die Bundeswehr führt und nicht die Generäle.
Auch die Frage, ob Spezialkräfte in Afghanistan gezielt Personen
töten dürfen, muss eindeutig beantwortet werden. Sonst verliert der
ohnehin unpopuläre Einsatz am Hindukusch vollends seine
Glaubwürdigkeit.
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