Rheinische Post: Kommentar: Eon und die Strategie



Düsseldorf (ots) – Eon-Chef Johannes Teyssen ist nicht zu beneiden: Der irrationale Ausstieg Deutschlands aus der Atomkraft hat dem Branchenprimus ein lukratives Geschäft zerstört, nachdem zuvor das Geschäftsmodell der Ruhrgas zusammengebrochen war. Zudem leidet der Konzern bis heute unter hausgemachten Problemen: Die Fusionen der Vergangenheit hat er nicht verdaut, seit der Einkaufstour von Wulf Bernotat drücken Milliarden-Schulden, die Eons Durchstarten in die grüne Zukunft blockieren. Dass etwas geschehen muss, wissen auch die Gewerkschaften. Doch zu Recht kreiden sie Teyssen an, dass ihm außer Stellenabbau nur wenig eingefallen ist. Wo Eon künftig Milliarden verdienen will, ist weiter offen. Nun steht immerhin fest, wie sich der Abbau verteilt. Tausende Mitarbeiter müssen quer durch die Republik reisen. Erkennbar folgte Eon dabei nicht nur sachlichen Überlegungen, sondern auch politischen. Dass der Standort Düsseldorf zugunsten von Essen stark geschwächt wird, lässt sich auch als freundlicher Akt gegenüber der Landesregierung erklären, die das vermeintlich rote Revier gerne päppelt. Im Gegenzug, so mag Eons Hoffnung sein, könnte das Land das umstrittene Kraftwerk Datteln ans Netz gehen lassen. Ein zweifelhaftes Geschäft.

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