Düsseldorf (ots) – Die Vereinigten Staaten präsentieren sich gerne
als Musterland der Marktwirtschaft. Tatsächlich aber lassen die
Amerikaner freien Wettbewerb nur so lange zu, wie er ihnen nutzt.
Weil es der US-Industrie in der Wirtschaftskrise scheinbar mehr
nutzt, milliardenschwere Staatsaufträge selbst an Land zu ziehen,
pfeift das Pentagon nun auf fairen Wettbewerb. Stattdessen schneidet
es die Ausschreibung für sein Tankflugzeug so zu, dass Boeing gewinnt
und der europäische Rivale EADS leer ausgeht. Das mit
Sicherheitsfragen militärischer Güter zu begründen, ist
fadenscheinig. EADS ist keine iranischer Konzern, sondern ein
westeuropäischer. Heuchlerisch ist aber auch die Kritik aus Europa.
Bei ihren Rüstungsprojekten sind Deutschland und Frankreich oft nicht
besser. Erst Recht nicht bei ihren Landwirten, die die EU seit
Jahrzehnten subventioniert und so armen Ländern Aufholchancen
verwehrt.
Seit der britische Ökonom David Ricardo vor 200 Jahren mit einem
simplen Beispiel den Nutzen von Freihandel vorgeführt hat, wissen
wir, dass Protektionismus schadet. Er führt dazu, dass Waren teurer
und qualitativ schlechter sind, als sie es unter
Wettbewerbsbedingungen wären. Die EU ist dumm, nun selbst mit
Protektionismus zu drohen. Gerade exportstarke Länder wie Deutschland
sollten sich hüten, es den USA mit gleicher Münze heimzuzahlen.
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