Rheinische Post: Kommentar: Burka-Bann



Düsseldorf (ots) – Als “Ganzkörpergefängnis” hat die türkischstämmige SPD-Politikerin Lale Akgün die Burka einmal bezeichnet. Genauso werden die meisten Deutschen beim Anblick von Frauen empfinden, bei denen sogar die Augen durch ein feines Stoffgitter verborgen sind. Von vielen Europäern wird diese Extremverschleierung als das stärkste Symbol der Abgrenzung des Islam vom Westen wahrgenommen. Insofern dürfte dem belgischen Burka-Bann reichlich Beifall sicher sein. Am Grundproblem vielfach mangelnder Integrationsbereitschaft aber wird es nichts ändern. Selbst in der islamischen Welt gilt die Burka als Extremfall, als Ausdruck eines Fundamentalismus, der auf breite Ablehnung stößt. Ein Verbot aber bekämpft nie die Ursachen. Wer verhindern will, dass Mädchen und Frauen in “Ganzkörpergefängnisse” gezwungen werden, muss an den Wurzeln ansetzen – etwa bei den Taliban. Nirgendwo ist die Burka so verbreitet wie in Afghanistan. Was oft übersehen wird: Am Hindukusch setzen sich deutsche Soldaten gerade auch für die Freiheit muslimischer Frauen ein. Neben dem Kampf gegen den Terrorismus ist das ein weiterer Grund, der für die viel gescholtene Bundeswehr-Mission spricht.

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