Rheinische Post: Kommentar: Banken müssen mehr zahlen



Düsseldorf (ots) – Für Griechenland gibt es keine Wahl mehr. Eine Rettung des Mittelmeer-Landes ist unausweichlich, weil die Kosten einer Staatspleite höher kämen als die Milliarden für ein Hilfspaket. Da vor allem die Banken im Falle eines Bankrotts des Landes massiv betroffen wären, ist es nur billig, dass sie sich an der Rettung beteiligen. Beim symbolischen Beitrag von bis zu zwei Milliarden Euro darf es nicht bleiben. Die Kreditinstitute müssen deutlich mehr auf den Tisch legen. Schließlich würde sie eine Umschuldung der griechischen Verbindlichkeiten wesentlich härter treffen. Sie müssten ihre griechischen Anleihen, mit denen sie einst gut verdient haben, zumindest teilweise abschreiben. Für die dringend erforderlichen Kredite an die mittelständischen Unternehmen bliebe dann noch weniger Spielraum. Die gemeinsame Hilfe von EU-Staaten und Banken kann allerdings erst erfolgen, wenn sich Griechenland zu einem harten Sanierungsschnitt bereiterklärt. Weil eine Abwertung der Währung nicht möglich ist, müssen Steuerzahler und Arbeitnehmer die Anpassungslasten tragen. Konkret heißt das, Sozialausgaben müssen sinken, Steuern steigen und Löhne gekürzt werden. Zugleich muss sich das Land der Aufsicht der EU unterwerfen. Das wird alles nicht ohne heftigen Widerstand abgehen.

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