Düsseldorf (ots) – Nachdem der erste Versuch gescheitert war,
Griechenland durch ein nebulöses Hilfe-Versprechen zu retten, legen
die Euro-Länder nun endlich ein konkretes Angebot auf den Tisch. Das
ist gut. Auf Unsicherheit reagieren Finanzmärkte besonders
hysterisch, wie die vergangene Woche gezeigt hat. Doch was taugt das
Angebot, wonach die Euro-Länder den Griechen Kredite für fünf Prozent
geben wollen? Die Retter hatten die Wahl zwischen Pest und Cholera:
Hätten sie, wie von Deutschland gefordert, einen höheren,
“marktnahen” Zins verlangt, wäre ihre Hilfe keine Hilfe. Hätten sie
dagegen einen niedrigen Zins angesetzt, wäre dies eine Subvention
gewesen, die der EU-Vertrag verbietet. Der nun gefundene Kompromiss
zeigt einmal mehr, dass es besser gewesen wäre, auf den Währungsfonds
zu setzen, der an solche Regeln nicht gebunden ist, auch weil er
seine niedrigen Zinsen mit drakonischen Sparauflagen verbinden und
alle Gläubiger zu einem Teil-Schuldenverzicht zwingen kann. Das hätte
Nachahmer abgeschreckt.
Deutschland wird so oder so zahlen müssen. Das ist der Preis dafür,
dass wir das marode Land aus politischen Gründen in die Euro-Zone
gelassen haben.
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