Rheinische Post: Jagdreform mit Maß



Düsseldorf (ots) – Ein Kommentar von Gerhard Voogt:

Die rot-grüne Landesregierung will das Jagdgesetz reformieren. Noch sind erst wenige Details bekannt, aber schon schlagen die Wellen hoch. Tierschützer und Jäger sind sich seit jeher spinnefeind. Lustvoll werden Klischees wiederbelebt. NRW-Umweltminister Johannes Remmel steht als Grüner unter dem Generalverdacht, den Jägern eins auswischen zu wollen. Schließlich ist sein Amtsvorgänger von der CDU, der jetzige Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg, selbst Jäger und hatte es angeblich zu gut mit den Waidmännern gemeint. Nun wäre es gut, wenn alle Beteiligten abrüsten würden. Die Novellierung des Jagdgesetzes muss mit Maß geschehen. Es ist richtig, wenn fragwürdige Methoden wie die Hundeausbildung mit lebenden Enten und Füchsen als Köder verboten werden. Gleichzeitig gilt es, Showeffekte zu vermeiden. Das geplante Abschuss-Verbot von Möwenarten, Blässhuhn und Türkentauben wird die meisten Jäger kaum tangieren. Ihr Kerngeschäft ist die Bejagung von Wildschweinen, Rehen und Füchsen. Hier sorgen die Pläne für Verwirrung. Wie soll die Jagd auf die Tiere ausgeweitet werden, ohne dass sich der sogenannte Jagddruck für sie erhöht? Wer Akzeptanz erwartet, sollte solche Zielkonflikte erkennen.

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