Düsseldorf (ots) – Wie ernst ist die Lage im Iran? Die
Einschätzung fällt schwer, denn das Regime sabotiert die freie
Presseberichterstattung. Sicher ist nur: Der Iran steht vor der
größten Zerreißprobe seit der islamischen Revolution von 1979. Es ist
ein interner Machtkampf, der das Land spaltet. Seine Protagonisten
sind alles andere als lupenreine Demokraten. Der amtierende Präsident
und mutmaßliche Wahlfälscher Ahmadinedschad ebenso wenig wie sein
etwas liberaler auftretender Herausforderer Mussawi. Keiner von
beiden stellt die iranische Theokratie, also die Vorherrschaft des
Klerus, in Frage. Wie das Duell ausgehen wird, ist offen. Seitdem
sich jedoch Ayatollah Chamenei, der wahre Machthaber im Land,
knallhart hinter Ahmadinedschad gestellt hat, scheint ein politischer
Kompromiss und damit die Option auf friedlichen Wandel hinfällig. Den
Iranern bleibt jetzt eigentlich nur noch die Wahl zwischen
erzwungener Ruhe oder offener Revolte. Damit ist die Lage noch
brisanter geworden. Dem Iran droht ein Bürgerkrieg mit unabsehbaren
Folgen für die internationale Sicherheit. Für westliche Politiker ist
jede Reaktion auf die Lage im Iran ein Drahtseilakt. Bundeskanzlerin
Angela Merkel oder US-Präsident Barack Obama wissen ganz genau, dass
ihre Appelle verhallen werden. Dem Westen bleibt in diesem Drama
bislang nur die Rolle des Zuschauers.
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