Düsseldorf (ots) – von Reinhold Michels
Gut 10 000 Priester sind in Deutschland im aktiven pastoralen
Dienst. Hinzu kommen etwa 3000 ständige Diakone, 4700 Ordensmänner,
knapp 23 000 Ordensfrauen, rund 4400 Mitarbeiter(innen) im pastoralen
Dienst. Eine daran gemessen winzige Zahl von Übeltätern im
kirchlichen Raum hat das Wort vom “Seelsorger” ins Gegenteil
verkehrt. Dass die Kirche diese Schandfiguren nicht nach dem
Jerusalemer Vorbild ihres Stifters unerbittlich aus dem Tempel
getrieben, sie vielmehr oft bloß anderenorts eingesetzt hat, war
frevelhaft und hatte für so manchen Minderjährigen
körperlich-seelisch fürchterliche Folgen.
In der vom 2. Vatikanischen Konzil verabschiedeten Konstitution
“Lumen gentium” weiß die Kirche um ihre Doppelnatur als Heilige und
Sünderin, die “immerfort den Weg der Buße und Erneuerung” zu gehen
habe. Wie wahr das ist. Wie hohl das klingt, wenn nicht endlich
schonungslos und tatkräftig die abscheuliche Spreu vom überwiegend
guten Weizen getrennt wird. Die deutschen Bischöfe haben sich mit
ihrer Freiburger Erklärung jetzt auf den rechten Weg gemacht. Am
Wegesrand lauern allzeit sprungbereite Feinde der Kirche, die jedes
Stolpern für ihre perfide Lust am Pauschalurteil nutzen werden.
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