Düsseldorf (ots) – Er kam, sah und siegte. Das war das Image, das
Karl-Theodor zu Guttenberg seit seinem steilen Aufstieg in die
Sonnenseite der Politik von Mal zu Mal strahlender zu bekräftigen
wusste. Ob Opel oder Quelle, stets lag er instinktiv richtig als
Wirtschaftsminister. Und als Verteidigungsminister brauchte er nur
wenige Tage, um sich in das Herz der Soldaten zu reden. Endlich sagt
mal einer klar, dass wir “Afghanistan” als Krieg erleben und stellt
sich gleichzeitig vor unseren Oberst, der diesen Luftschlag auf die
Taliban-Tanklaster anordnete, um das Leben vieler Kameraden zu
retten. So die Minister-Wahrnehmung aus Truppen-Perspektive.
Drei Wochen später steckt das Image in der Sackgasse. Er kam, sprach
und weiß jetzt erst mal nicht weiter. Denn die forsche Festlegung,
wonach der Luftschlag nicht nur gerechtfertigt, sondern unbedingt
notwendig gewesen sei, sie stellt sich als allzu waghalsiges
Hinauslehnen aus dem Fenster heraus. Was Guttenberg auch immer tut:
Er droht, den Halt zu verlieren. Steht er weiter zum Luftschlag, kann
er jetzt schon fühlen, wie ihn das als Fehleinschätzung einholen
wird. Lässt er die Unterstützung für den Oberst fallen, erschüttert
er die Erwartungen der Truppe und das Vertrauen in sein
Urteilsvermögen.
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