Rheinische Post: Assads Blutrausch



Düsseldorf (ots) – Ein Kommentar von Matthias Beermann:

Was Zynismus ist, hat gestern Russlands Außenminister Lawrow vorgeführt. Während die Truppen von Syriens Diktator Assad Oppositionelle massakrierten, ließ sich Moskaus Chefdiplomat in Damaskus vom Fußvolk des Regimes bejubeln und äußerte Verständnis für den Blutrausch des Diktators. Der tat gerade so, als wüsste er nicht, welche Gräuel da in seinem Namen begangen werden. Längst hat Assad die Verfolgung seiner Kritiker über die Grenzen ausgeweitet; dass die Schergen des Regimes auch in Deutschland Jagd auf missliebige Landsleute machen, ahnte man schon vor der gestrigen Verhaftung zweier mutmaßlicher Agenten. Jetzt muss die Bundesregierung umso entschlossener durchgreifen, um deren Treiben zu unterbinden. In Syrien selbst steht ein Eingreifen nicht zur Debatte, solange Russland und China den UN-Sicherheitsrat lähmen. Aber der Westen sollte jetzt keine Hemmungen mehr an Tag legen und die syrische Opposition politisch massiv unterstützen. Die Sanktionen gegen Assad müssen ausgereizt, sein Regime muss noch weiter isoliert werden. Dann kann irgendwann auch die Möchtegern-Weltmacht Russland, die sich in Syrien in eine unhaltbare Position verrannt hat, den Despoten nicht mehr retten.

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