Mainz (ots) – Der Kriminologe Professor Christian Pfeiffer wirft
Internet-Videoportalen wie YouTube und MyVideo vor, Videos zu
verbreiten, in denen Jugendliche oder junge Erwachsene exzessiv
Alkohol trinken würden. Gegenüber dem ARD-Politikmagazin “Report
Mainz” sagte er: “Ich halte diese Videos für hoch jugendgefährdend.”
Ihre positive Stimmung verführe dazu, mitmachen zu wollen bei dem,
was andere erlebt hätten, und alle Bedenken hintanzustellen.
“Report Mainz” hat unzählige Videos auf populären Plattformen wie
YouTube und MyVideo entdeckt, in denen junge Menschen bei
Trinkspielen zu sehen sind. Unter Titeln wie etwa “Flasche Vodka in
20 Sekunden – derbe geil”, “Tequila auf Ex” oder “6 Bier in 10
Sekunden” liefern sich junge Menschen dort einen regelrechten Kampf
um Sekunden und Promille.
Für Pfeiffer sind solche Videos ein wichtiger Grund, dass sich
immer mehr Kinder ins Koma trinken: “Diese Videos sind ein ganz
relevanter Faktor beim Verführen von Jugendlichen zum exzessiven
Alkoholkonsum.” Sie würden die Folgen des Konsums verharmlosen und
zur Nachahmung animieren.
YouTube verwies gegenüber “Report Mainz” darauf, dass solche
Videos von geschulten Mitarbeitern geprüft und gegebenenfalls aus dem
Netz genommen würden, sobald sie gemeldet worden seien. MyVideo zog
die Wirkung der Videos bei Jugendlichen in Zweifel: “Was sollte daran
auch sehenswert sein, Fremden beim Betrinken zuzuschauen?” Zudem gibt
es nach Recherchen von “Report Mainz” zahlreiche Internetseiten rund
um den exzessiven Alkoholkonsum, die für Jugendliche frei zugänglich
sind.
Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien,
Professor Wolf-Dieter Ring, hält viele dieser Seiten für hoch
jugendgefährdend: “Überall da, wo exzessiver Alkoholkonsum positiv
dargestellt wird, wo Jugendliche animiert werden, das möglicherweise
nachzuahmen, ist der Jugendschutz gefordert.”
Selbst in Schülernetzwerken wie Schueler.CC oder Schüler.VZ finden
sich nach Recherchen von “Report Mainz” Diskussionsgruppen unter
Namen wie “Saufen bis in Koma”, in denen sich Minderjährige über den
Konsum harter Alkoholika austauschen. “Der Betreiber hat eine
Verantwortung, dem entgegenzuwirken”, sagte Professor Ring gegenüber
“Report Mainz”.
Zitate gegen Quellenangabe frei. Bei Fragen wenden Sie sich bitte
an “Report Mainz”, Tel.: 06131/929-3351.
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