Querdenken für neue Wege



Innovationspreis des Landes Rheinland-Pfalz in Koblenz vergeben – Zwei Handwerksbetriebe geehrtDer Wirtschaftsminister Hendrik Hering und Karl-Heinz Scherhag, Präsident der HwK Koblenz (li), zusammen mit den diesjährigen Preisträgern
Der Wirtschaftsminister Hendrik Hering und Karl-Heinz Scherhag, Präsident der HwK Koblenz (li), zusammen mit den diesjährigen Preisträgern

(pressebox) Koblenz, 10.11.2008 – Wettbewerbsfähige Arbeitsplätze auf Dauer sichern und neue schaffen – das ist das Ziel des "Innovationspreises Rheinland-Pfalz". Jährlich vergibt das rheinland-pfälzische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau in Kooperation mit den Arbeitsgemeinschaften der Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern des Landes diesen Preis an besonders innovative Unternehmen. Zu den sieben Preisträgern 2008, die aus den Händen von Wirtschaftsminister Hendrik Hering ihre Ehrungen entgegennahmen, zählen auch zwei Handwerksbetriebe: Wickert Maschinenbau und Wolf Orthopädietechnik.

Besonders kleine und mittlere Betriebe will das Land Rheinland-Pfalz mit dieser Auszeichnung motivieren, innovative Produkte und Verfahren zu entwickeln und sie am Markt einzuführen. "Das Handwerk ist eine der tragenden Säulen unserer Wirtschaft", betonte Karl-Heinz Scherhag, Präsident der Handwerkskammer Koblenz, bei der Verleihung im Koblenzer Coenen Palais. "Innovationen entstehen aus der täglichen Praxis heraus. Die Herausforderung ist, sie nach außen richtig zu kommunizieren. In vielen Handwerksbetrieben herrscht noch zu viel Bescheidenheit. Der Innovationspreis ist deshalb ein wirksames Mittel, die Unternehmen zu unterstützen." Organisatoren der mit insgesamt 48.000 Euro dotierten Preisverleihung des Landes Rheinland-Pfalz waren in diesem Jahr die beiden Koblenzer Kammern.

Von je her konzentrierte sich der 1901 von Kunstschlossermeister Jakob Wickert gegründete Maschinenbaubetrieb in Landau auf den Bau von Pressen. "Wir sind immer auf der Suche nach Marktnischen. Langfristig kann nur bestehen, wer innovativ ist und auf die Bedürfnisse der Kunden eingeht", so Geschäftsführer Stefan Herzinger. "Wir setzen auf Qualität und pfiffige Lösungen als unseren Wettbewerbsvorteil. Nur mit technisch hoch entwickelten Produkten entgeht man dem Preiskampf am Markt." Mit Erfolg. Das Landauer Unternehmen, das zurzeit 98 Mitarbeiter beschäftigt, erhielt den Preis für seine vollautomatische Pressanlage, die eine wirtschaftliche und serientaugliche Herstellung von Bipolarplatten für Hochtemperaturbrennstoffzellen ermöglicht. "Bisher ist die Herstellung von Brennstoffzellen noch sehr teuer. Mit unserer Maschine kann nun ein wesentlicher Bestandteil dieser Brennstoffzellen, die vielleicht der Fahrzeugantrieb von morgen sind, sehr viel preiswerter als bisher hergestellt werden", erklärt Diplom-Wirtschaftsingenieur Herzinger.

Etwas Bestehendes grundlegend zu verbessern, darum ging es auch beim zweiten ausgezeichneten Handwerksbetrieb: "Wir haben einen Rollstuhl für Kinder entwickelt, der mitwächst", fasst Gregor Wolf, Geschäftsführer des gleichnamigen Orthopädietechnikbetriebes ist, zusammen. Das Geniale des "Beos", wie der neue Rollstuhl getauft wurde: Zwei Adapterplatten, auf denen die Sitzschale montiert wird. "Wenn das Kind wächst, muss lediglich die Sitzschale erneuert werden und nicht der gesamte Stuhl", ist der gelernte Orthopädietechniker stolz. Das 1993 gegründete Unternehmen aus Bingen kümmert sich seit über fünfzehn Jahren besonders um die Versorgung schwerbehinderter Kinder. "Es wird immer wichtiger, auch mal quer zu denken und bekannte Strukturen in Frage zu stellen. Nur so kann man sich am Markt durchsetzen."

Erstmalig wurden in diesem Jahr für besonders herausragende Bewerbungen, die es aber nicht unter die Sieger geschafft haben, zwei Anerkennungen in den Kategorien "Unternehmer" und "Industrie" ausgesprochen. Der Sonderpreis war in diesem Jahr den Optischen Technologien gewidmet, die Wirtschaftsminister Hering als eine der wenigen Schlüsseltechnologien hervorhob, in denen Deutschland – und auch Rheinland-Pfalz – international anerkannte Spitzenleistungen in Forschung und Wirtschaft erbringe.

Ansprechpartner:

Technologieberatung der Handwerkskammer Koblenz
Telefon: +49 (261) 398-571
Fax: +49 (261) 398-994

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