Essen (ots) -
Gemeinsame Presseerklärung von STRABAG und IBA:
Voll funktionsfähige Anlage bereit zur Übergabe – Modernste Behandlungsmethoden auch für Patienten im Westen
- Ausstehende Einigung bei den Vertragsparteien könnte
Behandlungsbeginn verzögern
STRIBA, ein Joint Venture aus IBA und STRABAG, hat heute die Fertigstellung eines voll funktionsfähigen Protonentherapiezentrums mit weltweiter Spitzentechnologie in Essen bekannt gegeben. Das Zentrum auf dem Gelände des Universitätsklinikums Essen wird künftig von WPE (Westdeutsches Protonentherapiezentrum Essen gGmbH) betrieben. Die Einrichtung geht aus einem Public-Private-Partnership-Projekt (PPP) hervor, das 2006 begründet wurde.
“Wir sind stolz darauf sagen zu können: Sobald die klinische Inbetriebnahme abgeschlossen ist, steht Krebspatienten eines der technisch fortschrittlichsten Protonentherapiezentren der Welt zur Verfügung. Patienten aus ganz Deutschland und insbesondere Kinder werden von Spitzentechnologie profitieren, die im Kampf gegen ein breites Spektrum an Krebserkrankungen eingesetzt werden kann,” erklärte der Vorstandsvorsitzende der belgischen IBA-Gruppe, Pierre Mottet.
Das Investitionsvolumen für das Projekt beläuft sich auf rund 135 Millionen Euro über die vergangenen fünf Jahre. Damit handelt es sich um eines der größten PPP-Projekte im deutschen Gesundheitswesen. Die Finanzierung sicherte ein Konsortium, das von Fortis und der Deutschen Bank angeführt wurde.
Für Entwicklung und Bau des Zentrums war das Industrie-Konsortium STRIBA aus STRABAG und IBA verantwortlich: Dabei lagen die baulichen Maßnahmen in der Hand der STRABAG, während IBA, Marktführer im Bereich der Protonentherapie, die Medizintechnik und damit die Ausstattung zur Protonentherapie bereitstellte. Nach Beendigung der baulichen Maßnahme und Fertigstellung der medizintechnischen Einrichtungen hat das Zentrum nunmehr die technischen Abschlusstests (“acceptance tests”) bestanden und ist damit voll funktionsfähig. “Das WPE hat eine herausragende Bedeutung für die medizinische und technische Fortentwicklung in der Krebstherapie und wird das Universitätsklinikum Essen als eine der ersten Adressen bei der Behandlung von Krebserkrankungen stärken,” zeigte sich Siegfried Wanker, Vorstandsmitglied der STRABAG SE, überzeugt.
Nun steht die sogenannte klinische Inbetriebnahme (“clinical commissioning”) des Zentrums in der Verantwortung der WPE an. Wegen einer Reihe ungeklärter, komplexer Sachfragen zwischen WPE und STRIBA verzögert sich dieser Schritt – und damit der Beginn der Patientenbehandlung.
Sollten WPE und STRIBA gleichwohl rasch zu einer wirksamen Einigung kommen, kann die Patientenbehandlung unmittelbar nach Abschluss der klinischen Inbetriebnahme aufgenommen werden, deren Dauer ca. drei Monate beträgt. Das ergibt sich aus internationalen Standards und der Erfahrung bei vergleichbaren Projekten. “Die neue Anlage kann schon bald in Betrieb gehen und Patienten helfen, die dringend auf Behandlung warten,” erklärte STRIBA-Geschäftsführer Benoit Raskin.
Das Zentrum in Essen bietet vier Behandlungsräume mit einer Behandlungskapazität von nahezu 2.200 Patienten pro Jahr.
“Die Erfahrung von IBA bei der erfolgreichen Fertigstellung von elf Protonentherapiezentren kam dem Projekt WPE zugute. IBA hat damit an der Erstellung von rund der Hälfte aller Protonentherapiezentren weltweit mitgewirkt. Alle diese Anlagen sind erfolgreich in Betrieb und haben bislang mehr als 12.000 Patienten behandelt,” sagte Mottet.
Bei vielen Krebsarten bietet Protonentherapie einen entscheidenden Behandlungsvorteil und ist deshalb die bevorzugte Behandlungsmethode. Darunter fallen Hirn- und Augentumore, Tumore in der Nähe von Stammhirn oder Rückenmark, Prostatakrebs sowie Krebserkrankungen bei Kindern.
Über Protonentherapie
Allen Krebsformen, die mit herkömmlichen Bestrahlungstechniken bekämpft werden, können auch mit Protonentherapie behandelt werden. Protonentherapie ist als alleinige Therapieform oder in Kombination mit anderen Behandlungsmethoden wie Chemotherapie, Chirurgie oder anderen Formen der Strahlentherapie einsetzbar. Protonentherapie ist im Besonderen dann indiziert, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten begrenzt sind oder die konventionelle Bestrahlung ein unverhältnismäßiges Risiko für den Patienten darstellen würde.
Der Hauptvorteil von Protonentherapie liegt in der überlegenen Möglichkeit zur Strahlendosierung. Die Technik erhöht für den behandelnden Arzt die präzise Kontrolle bei der Verabreichung der höchstmöglichen Strahlendosis auf den Tumor – ohne umliegende Gewebe und Organe dabei zu beeinträchtigen. So kann insgesamt die Toxizität der Behandlung reduziert werden.
Protonentherapie:
– Gezielte Verabreichung der optimalen Strahlendosis auf den Tumor
– Sichere Maximierung der Bestrahlungsdosis innerhalb eines
begrenzten Behandlungsvolumens mit minimaler Ausgangsdosis
– Starke Reduzierung der Wahrscheinlichkeit und / oder Ausmaß von
Beeinträchtigungen des umliegenden, gesunden Gewebes und der
Organe
– Kann bei bestimmten Krebsarten die langfristige Überlebensrate
ohne Fortschreiten der Erkrankung erhöhen
– Verringert das Risiko von sekundären Krebserkrankungen erheblich
Pressekontakt:
FD
Dr. Hartmut Vennen
t. +49 160 895 5858
hartmut.vennen@fd.com
Martin Kothé
t. +49 170 5641006
t. +49 30 288744 220
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Verantwortlich:
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Sandrine Leriche
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t.: +32 10 47 58 90
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STRABAG
Birgit Kümmel
Konzernkommunikation
t: +49 221 824-2472
presse@strabag.com
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