plasberg persönlich: Hauptsache nackt – Frauen zwischen Lust und Leistungsdruck



Köln (ots) – WDR Fernsehen, 03.09.2010, 21.45 Uhr

Das Internet quillt über von Pornografie, in Musikvideos wird Sex und Erniedrigung zur Kunstform erhoben und bei Casting-Shows lassen junge Frauen ihre Körper begutachten. Nach Jahrzehnten der Frauenbefreiung scheint eine Befreiung besonders gelungen – die Befreiung von der Kleidung. Ist die grenzenlose Freizügigkeit nur ein bedeutungsloser Nebeneffekt unserer Liberalität oder setzt sie eine ganze Generation unter sexuellen Leistungsdruck und den Zwang zur Nacktheit?

Darüber diskutiert Frank Plasberg mit seinen Gästen:

Erika Berger

– hat sich als Sexberaterin im Fernsehen um die kleinen und großen
Nöte in Ehebetten gekümmert. In den 80er Jahren war das.
Öffentlich sind inzwischen alle Hüllen gefallen, trotzdem wird
es in Schlafzimmern immer noch sehr still beim Thema Sex, sagt
sie.

Thomas Hoffman

– ist der Beweis: Der Trend zur nackten Haut hat auch die Männer
erreicht. Früher strippte er bei den legendären Chippendales,
heute zeigt er in Seminaren Frauen und Männern, wie sie
möglichst verführerisch aus Rock und Hose kommen.

Elfriede Vavrik

– hat mit Ende 70 den Sex ganz neu entdeckt – als Mittel gegen
Schlafstörungen. Welche Vorzüge die körperliche Leidenschaft
noch hat, darüber berichtet sie offen in ihrem Buch und in
unserer Sendung. Myrthe Hilkens
– die niederländische Journalistin kämpft gegen die
Pornofizierung der Gesellschaft. Denn die totale Freizügigkeit,
findet sie, bringt nicht mehr Freiheit für die Frauen, sondern
mehr Profit für die Sexindustrie.

Fiona Erdmann

– liebt den Wettbewerb um die Schönheit und zeigte auch im Playboy
ihren Körper. Bei Germanys next Topmodel wurde sie Vierte. Als
Schauspielerin und Model will sie nun ganz nach vorne kommen. Helmuth Karasek
– der die Sendung als Kulturexperte durch den Sommer begleitet,
glaubt: Nach der großen sexuellen Befreiung heißt der neue Zwang
für Frauen: Wettbewerb. Und den entscheiden immer noch die
Männer.

Redaktion Matthias Radner

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Pressekontakt:

WDR-Pressestelle, Annette Metzinger, Telefon 0221 220 – 2770
www.presse.wdr.de

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