Vechta (ots) – Den Parteitag der CSU könnte man aus norddeutscher Sicht leichtfüßig übergehen. Was schert uns eine bayerische Regionalpartei, der ein schleichender Machtverlust droht? Die Delegierten des Parteitags haben wohl aus ihrer Sicht das einzig richtige gemacht: Indem sie Peter Ramsauer – wenn auch sehr knapp – zum Seehofer-Stellvertreter wählten, sorgten sie für etwas mehr Ruhe in den eigenen Reihen. Dies auch mit Blick auf die kommende Landtagswahl und den SPD-Gegenkandidaten Christian Uhde. Doch Peter Gauweiler wird weiter den Unruhestifter geben. Der Euro- und Europa-Skeptiker hat Rückhalt in seiner Partei, und es gibt auch darüber hinaus bundesweit viele, die seine Einschätzung der Lage teilen. Das macht die Resultate des CSU-Parteitages nun wiederum bundespolitisch interessant. Die Frage ist, wieweit die etablierten Bundestagsparteien dem Druck dieser Euro-Skeptiker standhalten werden, wenn es auf die nächsten Wahlen zugeht? Und: Wie lange folgt das Wahlvolk noch einer Regierung und auch den Oppositionsparteien in der Euro-Politik, wenn mit immer mehr und höheren Bürgschaften klammen Euro-Staaten geholfen wird? Gauweiler ist nur ein Synonym für eine Stimmung, die sich immer weiter ausbreitet. Schnelle und richtige Antworten darauf kann kein Parteitag, sondern nur eine politisch intakte Führung geben.
Pressekontakt:
Oldenburgische Volkszeitung
Andreas Kathe
Telefon: 04441/9560-342
a.kathe@ov-online.de
No Comments on "OV: Die Unruhe schwelt weiter Von Andreas Kathe"