Hannover (ots) – Anmoderation:
Spätestens jetzt sollten wir uns auf den Wintereinbruch gefasst machen. Denn die Schneefallgrenze sinkt in den kommenden Tagen auf 500 bis 300 Meter! Die Wetter-Experten sagen Schneefall, Temperaturen unter Null und winterliche Straßenverhältnisse voraus. Allerspätestens jetzt sollten wir alle Winterreifen drauf haben, aber nicht irgendwelche, empfiehlt der Chef der DEKRA-Unfallforschung, Jörg Ahlgrimm:
1. O-Ton Jörg Ahlgrimm
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 Millimeter – für die Verkehrssicherheit eigentlich viel zu wenig. Die dringende Empfehlung ist, Winterreifen mit mindestens 4 Millimeter Profiltiefe zu montieren. In Österreich ist das sogar Vorschrift: Reifen unter 4 Millimeter Profiltiefe werden nicht als Winterreifen anerkannt. (0:18)
Wann ist ein Reifen überhaupt ein sicherer Winterreifen? Wenn er ein grobes Profil mit vielen Blöcken hat? Wenn er das alt bekannte “M+S”-Symbol trägt? Nein, sagt Dr. Andreas Topp, Reifenentwickler bei Continental. Wer sicher gehen will, muss nach einem anderen Zeichen auf der Seitenwand schauen:
2. O-Ton Dr. Andreas Topp
Ein dreizackiger Berg und in der Mitte eine Schneeflocke: Das ist das einzige Symbol, das mit einer Leistungsfähigkeit verknüpft ist. Ein Reifen, der das auf der Seitenwand trägt, muss bestimmte Mindestkriterien in der Schnee-Performance leisten. Das M+S-Symbol, das viele fälschlicherweise auch als Winterreifen-Kennzeichnung verstehen, hat keinen Bezug zu einem Test und ist daher nicht geeignet, um sicherzustellen, dass ein Reifen wirklich ein Winterreifen ist. (0:31)
Seit dem vergangenen Jahr gilt übrigens die präzisierte Winterreifenpflicht auf deutschen Straßen: Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen unterwegs ist, zahlt 40 Euro, wenn er andere behindert sogar 80 Euro – und dazu gibt’s dann noch einen Punkt in Flensburg. Offensichtlich müssen wir Deutschen also immer noch zu unserem Glück gezwungen werden, sagt der Reifen-Experte von Continental. 3. O-Ton Dr. Andreas Topp Wir haben zwar eine sehr hohe Umrüstquote in Deutschland, aber es braucht einfach nur wenige, die im Winter falsch bereift unterwegs sind, um im Verkehrsfluss und bei der Verkehrssicherheit ein Problem darzustellen. Wir alle haben das schon mal gesehen: Da steht ein Fahrzeug irgendwo auf der Autobahn, und schon haben Sie einen Unfallschwerpunkt, schon haben Sie einen Verkehrsstau. Daher ist es wichtig, dass alle Verkehrsteilnehmer mit angepasster, sicherer Winterbereifung unterwegs sind. (0:29)
Außer der reinen Bequemlichkeit spricht sowieso nichts dagegen, im Winterhalbjahr Winterreifen aufzuziehen, rechnet DEKRA-Unfallforscher Ahlgrimm vor:
4. O-Ton Jörg Ahlgrimm
Letzten Endes ist es auch nicht teuer, wenn man Winterreifen fährt. Während der Zeit, wo ich mit den Winterreifen fahre, nutzt sich der Sommerreifen nicht ab. Insgesamt ist natürlich der Reifenverschleiß nicht größer. Ich habe nur zwei Satz Reifen und muss sie dann aufziehen, wenn die Witterung es jeweils erfordert. (0:15)
Und, so der DEKRA-Experte: Gerade bei Winterreifen lohnt sich der Kauf von Reifen mit einer hohen Qualität auf jeden Fall – auch wenn sie teurer sind. Die Unterschiede in Sachen Sicherheit sind sehr groß. 20 Prozent kürzere Bremswege mit Premiumreifen gegenüber Billigimporten asiatischer Hersteller sind keine Seltenheit. Das bestätigt auch Reifen-Entwickler Dr. Andreas Topp:
5. O-Ton Dr. Andreas Topp
Bei den Premium-Winterreifen findet man Leistungsfähigkeiten bei Bremswegen, aber auch bei der Sicherheit auf Schnee, die deutlich höher sind als das, was von sehr preiswerten Reifen angeboten wird. (0:14)
Abmoderation:
Deshalb gilt die Empfehlung: Reinschauen in die aktuellen Testberichte der Automobilclubs und bekannten Fachzeitschriften. Schließlich sind die Reifen die einzige Verbindung zwischen Auto und Straße. Also: Damit Sie nicht ins Rutschen kommen, ist es allerspätestens jetzt Zeit, auf Winterreifen umzurüsten. Denn der Winter kommt ganz sicher!
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