Stuttgart/Brüssel (ots) -
Anmoderation
Hochzeiten werden im Himmel geschlossen, sagt der Volksmund, und
Kooperationen ganz eindeutig in der Öffentlichkeit. So war das auch
heute in Brüssel, wo die Daimler AG und die Renault-Nissan Allianz
eine weit reichende strategische Kooperation vereinbart haben. Mehr
als 20 Fotografen und über ein Dutzend TV-Kameras waren dabei, als
die beiden Konzernchef Dr. Dieter Zetsche und Carlos Ghosn [sprich
"Goon"] ihre Unterschriften unter den Kooperationsvertrag setzten.
Beide Unternehmen erwarten sich eine ganze Menge von der
Zusammenarbeit. Für Daimler geht es gleich um mehrere Synergien, vom
gemeinsamen Einkauf bis hin zu gemeinsamen Entwicklungen. Am
wichtigsten ist aber die Zusammenarbeit im Kleinwagensegment: die
nächste Generation des smart fortwo, ein neuer Viersitzer der Marke
smart und der nächste Renault Twingo werden auf der “Basis einer
gemeinsamen Architektur” entwickelt. Daimler-Chef Dr. Dieter Zetsche
zu den Vorteilen für seinen Konzern:
1. O-Ton Dr. Dieter Zetsche
Vorteile auf der Volumenseite, dass wir in den Kompaktsegmenten auf
größere Volumina in Teilen, Komponenten zurückgreifen können und
damit Kostenvorteile erarbeiten. Und sicherlich ist in den kleinen
Fahrzeugsegmenten auch eine Menge Knowhow bei Renault und Nissan
vorhanden, das wir auch gemeinsam nutzen können. (0:17)
Die Kooperation schließt auch die gegenseitige Lieferung von
Motoren ein. So wird Renault-Nissan Benzin- und Dieselmotoren mit
drei und vier Zylindern an Daimler liefern; Daimler wird Motoren für
die größeren Renaultfahrzeuge fertigen.
Auch wenn sich die Unternehmen gegenseitig mit jeweils 3,1 Prozent am
Grundkapital des anderen beteiligen, ist das ganze keine “Hochzeit”
von zwei Unternehmen, betont der Daimler-Chef:
2. O-Ton Dr. Dieter Zetsche
Nein, es ist gar keine Heirat, sondern es ist eine strategische
Kooperation, das heißt also wir arbeiten einem Zweck folgend, nämlich
in einzelnen Feldern erfolgreicher zu werden, zusammen und wollen
dies aber nicht opportunistisch tun, sondern langfristig – und dort,
wo wir beide etwas Gemeinsames finden können, gemeinsam, dort, wo wir
das nicht haben, können wir auch mit anderen zusammenarbeiten. (0:21)
Das ist auch der große Unterschied zum Zusammenschluss der
Unternehmen Daimler und Chrysler:
3. O-Ton Dr. Dieter Zetsche
Es ist ein völlig anderer. Wir haben nicht zuerst gesagt: Wir wollen
kooperieren oder einen Teil akquirieren oder gar “mergen”, sondern
wir haben zuerst gesagt: Wir wollen in einzelnen Themenfeldern
zusammenarbeiten. Und wir haben dann diese Themenfelder untersucht
und festgestellt, dass wir miteinander Vorteile für beide Seiten
erarbeiten können. Und diese Zusammenarbeit haben wir ergänzt durch
ein Signal, wenn Sie so wollen, ein symbolisches Signal, dass dies
eine langfristige Zusammenarbeit sein soll, durch diese drei Prozent
Cross-Sharing. (0:28)
In der Pressekonferenz in Brüssel, bewusst auf neutralem Boden,
betonten beide Konzernlenker – Zetsche und Ghosn – dass die
Markenidentitäten auch in Zukunft unterschiedlich sein werden. Im
Design werden sich Autos, auch wenn sie auf der gleichen Plattform
basieren, immer deutlich unterschiedlich sein. Und Daimler will und
wird kein Massenhersteller werden:
4. O-Ton Dr. Dieter Zetsche
Ganz sicherlich nicht. Wir fokussieren uns auf das Premium-Segment.
Es ist nur eine Tatsache, dass Premium auch in Kompaktfahrzeugklassen
stärker nachgefragt wird und wir jetzt besser aufgestellt sind, um
auch in diesen Segmenten den Kunden ein attraktives Fahrzeug zu
attraktiven Preisen anbieten zu können. (0:18)
Die heute vorgestellte strategische Kooperation ist der Beginn
einer “vielv ersprechenden Zusammenarbeit”, sagte Zetsche in der
Pressekonferenz. Die wochenlangen Gespräche sind sehr harmonisch
verlaufen, und beide Seiten haben keine Angst, dass die
unterschiedlichen Kulturen – hier Deutschland, dort Frankreich und
auch noch Japan – Probleme bereiten werden:
5. O-Ton Dr. Dieter Zetsche
Nun, wir müssen die Kultur nicht zusammenführen, denn wir wollen die
beiden Unternehmen eigenständig erhalten oder im einen Fall die
Unternehmensgruppe. Wir müssen effektiv zusammenarbeiten. Und das hat
schon in den letzten drei, vier Monaten hervorragend funktioniert,
weil beide Seiten überzeugt sind von den Vorteilen dieser
Zusammenarbeit und deswegen Spaß dran haben, an der sehr offenen Art,
die jeweils über Kreuz von der anderen Seite erlebt wurde. (0:23)
Abmoderation
Dr. Dieter Zetsche, Daimler-Chef zur weitreichenden strategischen
Kooperation mit Renault-Nissan, die heute in Brüssel verkündet worden
ist.
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