Amsterdam (ots) – Anmoderation:
In den Industrieländern leben 80 Prozent der Bevölkerung in Städten. Weltweit sind es 50 Prozent – bis 2050 werden es wohl sogar zwei Drittel sein. Der Trend zur Urbanisierung ist unaufhaltsam. Aber das hat auch Konsequenzen: In wachsenden Ballungszentren nimmt auch der Verkehr zu, Parkplätze sind Mangelware. Dagegen braucht es vollkommen neue Mobilitätskonzepte. Das weltweit innovativste Konzept in dieser Hinsicht heißt car2go und hat sich seit Jahren in Ulm und Hamburg bewährt. Dabei können Nutzer im Stadtgebiet verteilte Fahrzeuge – nachdem sie sich einmal vorab registriert haben – spontan mieten und einfach dort wieder abstellen, wo sie gerade hinwollten. In Amsterdam nimmt das von Daimler entwickelte Konzept jetzt eine Vorreiterrolle ein: Der Fuhrpark, der dort ab dem 24. November eingesetzt wird, besteht mit 300 smart fortwo electric drive, als einer der weltweit ersten, ausschließlich aus Elektroautos. Robert Henrich, Geschäftsführer der car2go GmbH, verspricht viel Flexibilität sowie hohen Fahrspaß zu geringen Kosten:
1. O-Ton Robert Henrich
Bei car2go in Amsterdam zahlt der Kunde 29 Cent pro Minute Fahren, wenn er einen Zwischenstopp macht und parkt, nur 9 Cent. Aber nie mehr als 12,90 Euro pro Stunde oder, wenn er das Fahrzeug länger behalten will, 39 Euro am Tag. Das ist wirklich günstig, man kann sorglos seine innerstädtischen Besorgungen machen. Und ich merke in ersten Gesprächen, dass dieses als Preismodell wirklich gut ankommt. (0:18)
Amsterdam ist nicht nur durch die Grachten, die unzähligen Fahrräder und sein ambitioniertes “Amsterdam Elektrisch” Programm zum Aufbau einer öffentlichen Lade-Infrastruktur bekannt. Auch das hervorragende öffentliche Verkehrsnetz sowie verschiedene Bike- und Carsharing-Programme machen die niederländische Hauptstadt zu einer beispielhaften Metropole in Sachen Mobilität. car2go stellt dazu keine Konkurrenz dar, sondern ergänzt das vorhandene Angebot ideal, sagt Eric Wiebes, Stadtrat für Verkehr, Transport und Luftqualität in Amsterdam:
2. O-Ton Eric Wiebes
(übersetzt) Wir erhoffen uns, dass viele Menschen nicht mehr die Notwendigkeit sehen, in unserer Altstadt ihr eigenes Auto zu verwenden. Außerdem bringt es eine noch bessere Anbindung an unsere öffentlichen Verkehrsmittel, denn Sie können einen kleinen car2go benutzen, um zu einem Bahnhof zu gelangen. Also es gibt verschiedene Faktoren, mit denen car2go die Mobilität in unserer Stadt verbessert. (0:22)
Schon 1974 wurde in der niederländischen Metropole ein erster Carsharing-Versuch mit Elektroautos unternommen. Eingesetzt wurden Fahrzeuge des niederländischen Erfinders Luud Schimmelpennink. Die dreirädrigen Zwei-Personen-Autos waren bis zu 30 Stundenkilometer schnell und konnten an Stationen in sieben Minuten aufgeladen werden. Wenn am 24. November die 300 Elektro-smarts das Stadtbild von Amsterdam bereichern, schließt sich für den “niederländischen Daniel Düsentrieb” Luud Schimmelpennink ein Kreis:
3. O-Ton Luud Schimmelpennink
Es ist sehr schön, was jetzt hier mit car2go passiert. Und die große Entwicklung ist, dass die Elektroautos so einen großen Fortschritt machen. Und es ist zu erwarten, dass es bald noch mehr Elektrowagen geben wird – auch zum Kollektivgebrauch. Das wäre eine schöne Entwicklung für die Stadt. (0:19)
Abmoderation:
car2go kommt nach Amsterdam und wird die Mobilität in der Metropole nachhaltig verändern. Die Stadt wird mit dem Carsharing-Programm und den 300 weiß-blauen Elektro-smarts um eine Attraktion reicher.
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