Berlin/Stuttgart (ots) – Anmoderation:
Die Daimler AG setzt in diesem Jahr ihren Erfolgskurs fort. Das sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Dieter Zetsche heute (13.4.) zu den etwa 5.200 Aktionären bei der Hauptversammlung im Berliner ICC. In den ersten drei Monaten 2011 verkaufte der Konzern erneut mehr Fahrzeuge als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Konzernabsatz von Mercedes-Benz Cars stieg von Januar bis Ende März um 12 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2010. Insgesamt rechnet der Konzern für 2011 aus heutiger Sicht allein bei der Marke Mercedes-Benz mit einem Absatz von über 1,2 Millionen Fahrzeugen. Das Geschäftsfeld Daimler Trucks konnte im ersten Quartal 2011 mit 90.000 verkauften Lkw um 27 Prozent zulegen. Die Marschrichtung heiße profitables Wachstum, so Zetsche. Wie angekündigt, sei das Unternehmen mit hohem Drehmoment aus der Krise gekommen. Die tatsächliche Entwicklung sei sogar noch positiver verlaufen als erwartet.
Interview Dr. Dieter Zetsche
1. Herr Dr. Zetsche, als die Fotografen Sie vorhin zum Lächeln aufgefordert haben, da haben Sie gesagt “Ich kann gar nicht anders”. Ein guter Tag für die Daimler AG… Das ist, glaube ich, meine siebte Hauptversammlung. Und wir haben eigentlich selten bis nie so gute Randbedingungen gehabt wie zurzeit. Es sieht alles sehr erfreulich aus. Insofern habe ich das aus vollem Herzen gesagt. (0:14)
2. Wie ist denn das Jahr 2010 für Ihr Unternehmen gelaufen? 2010 hat durchaus noch mit großer Unsicherheit begonnen und ist dann im Laufe des Jahres immer erfreulicher geworden. Wir haben am Ende des Tages etwa 7,4 Milliarden EBIT gemacht, eine hervorragende Umsatzrendite in der Größenordnung von 8 Prozent gehabt für das gesamte Unternehmen. Insofern sind wir in Summe sehr, sehr gut aus der Krise herausgefahren. Wir haben vor der Krise gesagt, wir wollen gestärkt aus der Krise heraus gehen. Und das Versprechen haben wir eindeutig gehalten. (0:32)
3. Und der Blick nach vorne auf 2011 sieht auch sehr positiv aus… Unsere offizielle Guidance lautet, dass wir im Ergebnis deutlich zulegen wollen. Nach den ersten drei Monaten sehen wir diese Guidance auf alle Fälle substantiiert. Die Geschäfte laufen in allen Sparten sehr gut. Aus heutiger Sicht werden wir ganz eindeutig ein nochmals deutlich besseres Jahr als 2010 erreichen können. (0:23)
4. Wie sieht die Strategie Ihres Unternehmens aus, jetzt für 2011, aber auch für die Folgejahre? Es gibt zwei ganz wichtige Linien. Die eine heißt: Die Vision vom emissionsfreien Fahren. Das heißt, wir müssen in Schritten die CO2-Emission immer weiter reduzieren, und das heißt letztlich auch: das Fahrzeug immer elektrischer machen. Die andere Linie heißt: den Marktentwicklungen folgen, das heißt also die so genannten “Emerging Markets”, die ja inzwischen zum Teil durchaus schon sehr etablierte Märkte geworden sind, in ihrem Wachstum nutzen, unsere Präsenz primär in Asien, aber nicht nur dort, weiter verstärken. Wir sind dort inzwischen sehr, sehr gut aufgestellt, aber gerade auf der Nutzfahrzeugseite kommen jetzt noch wichtige Punkte hinzu. Das ist die zweite ganz große Linie. Ansonsten gilt in unserem Geschäft immer: Überzeugende, begeisternde Produkte und die beste Marke sind die Voraussetzungen, mit denen man Erfolg hat. (0:53)
5. Die Dividende, die Sie heute vorschlagen, liegt bei 1,85 Euro pro Aktie. Werden auch die kommenden Jahre gute Jahre für die Aktionäre? Da können die Aktionäre sicher davon ausgehen. Wir haben ja gesagt, dass wir eine Ausschüttungsquote in der Größenordnung von 40 Prozent verfolgen wollen. Wir haben diesen Wert in diesem Jahr für 2010 sogar etwas übertroffen. Aber so, wie die Ergebnisse steigen werden, wird auch bei konstantem Prozentsatz die tatsächliche Dividende steigen können. Wir sind mit diesem Wert im Quervergleich in der Automobilindustrie weit vorne angesiedelt, im DAX-Bereich insgesamt auch auf den vorderen Plätzen. (0:31)
6. Ein wichtiger Punkt, über den Sie zu den Aktionären sprechen, sind Kooperationen. Ist es tatsächlich so, dass heutzutage kein Unternehmen alleine groß genug ist? Wir sind selbstverständlich ein sehr großes Unternehmen und auf dem gleichen Niveau wie die größten unserer Branche. Trotzdem ist es klug, wenn man für bestimmte Aufgabenstellungen sich auch der Stärken anderer versichert. Das gilt im Bereich der Technologie, wo wir – wie zum Beispiel zuletzt mit Toray – zeigen, wie man die technologischen Stärken des Partners mit nutzen kann. Das gilt im Bereich der Erschließung von Märkten, da ist ein Beispiel Kamaz, oder auch Gas jüngeren Datums, wo wir in Russland beispielsweise uns durch den Partner Marktzugang verschaffen können. Oder drittens die Frage der so genannten “Economies of Scale”, das heißt also Größenordnungsvorteile, die sich dann in Kostenvorteile ummünzen lassen. Hier ist unsere Zusammenarbeit mit Renault-Nissan ein sehr gutes Beispiel. (0:48)
7. Ihr Fazit des Tages für die Daimler AG? Die Marschrichtung heißt profitables Wachstum. Wachstum per se ist kein Wert, Profit per se auch nicht. Aber die Kombination von beidem ist das, was alle Beteiligten, die Aktionäre, aber auch die Mitarbeiter, glücklich macht. (0:14)
Abmoderation:
Die Daimler AG setzt ihren Erfolgskurs 2011 fort. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Dieter Zetsche konnte den Aktionären bei der heutigen Hauptversammlung in Berlin sehr erfreuliche Zahlen vorlegen.
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