Berchtesgaden / Ulm (ots) – Anmoderation:
Wann sind Sie zuletzt mit dem Linienbus gefahren? Vielleicht heute Morgen zur Arbeit. Aber wahrscheinlich nicht mit dem einzigartigen Panorama, zu dem wir Sie jetzt entführen – es geht auf zu Deutschlands höchstgelegener Bushaltestelle.
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Wenn Christian Ebner in seinen roten Setra-Niederflurbus S415 NF einsteigt, dann weiß er: Sein Job ist etwas Besonderes. Seit 13 Jahren fährt er die steilste Buslinie der Republik. Sieben Kilometer lang ist die Kehlsteinlinie im Berchtesgadener Land, führt vom Dokumentationszentrum Obersalzberg über 700 Höhenmeter zum Kehlsteinhaus. Und auch nach 2.000 Fahrten ist die Tour für Christian Ebner immer noch etwas Besonderes.
1. O-Ton Christian Ebner
Für den Gast wird es das noch ein bisschen mehr sein, wenn er das erste Mal rauf fährt. Aber für uns Fahrer ist das jedes Mal wieder herrlich: Vom Königssee, einmal ist er türkis, einmal ist er pechschwarz – wenn man an andere Fahrer denkt, die in der Stadt herumkurven… Das ist hier bis uns schon super. Man ist froh, dass man da arbeiten darf. (0:19)
1938/39 wurde die Kehlsteinstraße in nur 13 Monaten in den harten Fels gesprengt. Sie endet auf 1.710 Metern Höhe an der höchst gelegenen Bushaltestelle Deutschlands. Von dort führt ein Fahrstuhl die letzten 124 Höhenmeter hinauf zum Kehlsteinhaus. Die Straße hier herauf ist maximal vier Meter breit, führt durch fünf Tunnel und über Steigungen von bis zu 24 Prozent – für die roten Busse der Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO) und ihre Fahrer eine besondere Herausforderung.
2. O-Ton Christian Ebner
Man muss immer den Kopf beieinander haben. Man fährt zuerst zigmal mit, bevor man selber alleine fährt. Und dann fährt man die ersten paar Male ohne Fahrgäste rauf und runter, und dann kann man es mal langsam probieren mit Fahrgästen. Aber man muss schon ein langjähriger Fahrer sein, um hier auf dieser Straße eingesetzt zu werden. (0:21)
Weil die Straße so schmal ist, müssen die talwärts fahrenden Busse an der einzigen Ausweichstelle warten, bis die bergwärts fahrenden Busse vorbei sind. Das Ganze erfordert einen minutiös ausgearbeiteten Zeitplan. Fast 300.000 Fahrgäste transportiert jedes Jahr zwischen Mitte Mai und Ende Oktober die RVO mit ihren Setra-Bussen auf der Kehlsteinlinie. Und wer diese Fahrt einmal mitgemacht hat, kann eigentlich nur begeistert sein.
3. O-Ton Fahrgäste
Das hab ich noch nie gesehen, muss ich ja sagen. Jederzeit wieder! – Ich hab mir’s schlimmer vorgestellt. Ich hab gemeint, ich trau mich nicht. Aber es ist schon gegangen dann. – Was den Reiz ausmacht, ist das Panorama. Das ist großartig. Der Blick auf den Watzmann, der Blick auf den Hohen Göll. Das ist schon eine tolle Sache. Das ist es wert, dass man hier rauf fährt. – Ich bin selber früher in Berlin Stadtbus gefahren, Linienbus, aber das ist jetzt hiermit in keinster Weise zu vergleichen. Respekt, Hut ab vor den Busfahrern. Für mich eine echte Überraschung hier. (0:28)
Und dieses Lob kommt immer wieder auch bei Busfahrer Christian Ebner und seinen Kollegen an:
4. O-Ton Christian Ebner
Sie sind begeistert. Oben hört man dann: “Super Busfahrer!”. Man macht zwar seinen ganz normalen Job, aber die respektieren das schon. (0:09)
Abmoderation:
Im Linienverkehr zu Deutschlands höchst gelegener Bushaltestelle: Die Kehlsteinlinie im Berchtesgadener Land ist eine ganz besondere Bus-Strecke.
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