ots.Audio: Arbeitnehmerfreizügigkeit – Neue Chancen für die Zeitarbeit



Eschborn (ots) – Seit dem 01. Mai 2011 steht der deutsche Arbeitsmarkt Dienstleistern und Arbeitnehmern aus acht osteuropäischen Beitrittsländern offen. Überdurchschnittlich betroffen von dieser Öffnung könnte der Niedriglohnsektor sein. Manche Experten befürchten, dass eine massive Zuwanderung von Nicht- oder geringqualifizierten Arbeitskräften (aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn) zu Verwerfungen auf dem Arbeitsmarkt führen wird. Dazu Dr. Alexander Spermann, Director Talentmanagement Flexworker & Public Affairs bei Randstad Deutschland, in einem Interview:

Studio-Interview/Telefon-Interview mit Dr. Alexander Spermann, Director Talentmanagement Flexworker & Public Affairs, Randstad Deutschland GmbH

Sprecher-Intro (00:30): Lohndumping droht, warnen die einen. Neue Fachkräfte kommen, freuen sich die anderen. Zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern sind die Folgen des seit dem 01. Mai freien Zugangs zum deutschen Arbeitsmarkt für osteuropäische Arbeitnehmer heftig umstritten. Wird es überhaupt eine massive Zuwanderung geben? Wer wird kommen? Was bedeutet die Freizügigkeit für die Zeitarbeit? Darüber unterhalte ich mich mit Dr. Alexander Spermann, Director Talentmanagement Flexworker & Public Affairs bei Randstad Deutschland.

Sprecher (00:04): Seit dem 01. Mai haben Arbeitnehmer aus Osteuropa freien Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Was bedeutet das eigentlich?

Spermann (00:14): Praktisch bedeutet das, dass Arbeitnehmer aus diesen Ländern für eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Deutschland keine Arbeitserlaubnis mehr benötigen. Sie haben dadurch grundsätzlich die gleichen Rechte und Pflichten wie Deutsche, sie fallen unter das deutsche Arbeitsrecht und in die Zuständigkeit der deutschen Sozialversicherung.

Sprecher (00:02): Glauben Sie, dass diese Menschen in Massen kommen?

Spermann (00:12): Ehrlich gesagt nicht. Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung rechnet mit jährlich über 100.000 Arbeitnehmern. Für Horrorzahlen von mehreren Millionen Immigranten in diesem Jahrzehnt gibt es aus unserer Sicht keine stichhaltigen Anhaltspunkte. Ich gehe eher von einer bescheidenen Zuwanderung aus – und auf die freue ich mich.

Sprecher (00:01): Warum?

Spermann (00:12): Sie bedeutet für uns als Personaldienstleister ein zusätzliches Rekrutierungspotenzial. Dadurch stehen mehr Arbeitskräfte zur Verfügung, die in manchen Regionen und Branchen zum Teil händeringend gesucht werden.

Sprecher: (00:05): Während Sie also die Chance sehen, an Fachkräfte zu kommen, befürchten die Gewerkschaften mehr Druck auf die Löhne. Droht tatsächlich Lohndumping?

Spermann (00:10): Auch im Interesse der inländischen Mitarbeiter muss sichergestellt sein, dass es keine Lohnspirale nach unten gibt. Zeitarbeit ist kein Dumpinggeschäft, sondern eine moderne Arbeitsform mit Zukunft.

Sprecher (00:02): Wie wollen Sie Lohndrückerei verhindern?

Spermann (00:11): Randstad engagiert sich schon seit Jahren für einen tariflichen Mindestlohn und wir begrüßen sehr, dass es ihn seit dem 01. Mai auch in der Zeitarbeit gibt. Nach diesem Mindestlohn müssen auch die neuen Zuwanderer bezahlt werden.

Sprecher (00:03): Wie hoch ist denn dieser Mindestlohn?

Spermann (00:10): Die Lohnuntergrenze liegt bei 7,79 Euro in Westdeutschland und 6,89 Euro in Ostdeutschland und sie gewährleistet, dass alle Zeitarbeitnehmer in Deutschland auch in Zukunft fair entlohnt werden.

Sprecher (00:02): Vielen Dank Herr Dr. Spermann für das Gespräch.

Sprecher-Extro (00:15): Neue Arbeitnehmer braucht das Land. Denn Fachkräfte sind mittlerweile Mangelware. Ob neue Freizügigkeit hier Abhilfe schaffen kann, wird die Zeit zeigen. Die Chance ist zumindest da, meint Dr. Alexander Spermann von Randstad.

Länge ohne Sprecher-Intro, -Extro und Fragen: 1:30 Minuten

ACHTUNG REDAKTIONEN:

Das Tonmaterial ist honorarfrei zur Verwendung. Sendemitschnitt bitte
an ots.audio@newsaktuell.de.

Pressekontakt:

Petra Timm
Helfmann-Park 8
65760 Eschborn
Fon 0 61 96 / 4 08-17 70
Fax 0 61 96 / 4 08-17 75
E-Mail: petra.timm@de.randstad.com
www.randstad.de

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