Rostock (ots) – Das selbstquälerische Analysieren der vergangenen
Fehler nahm gleich mehrere Stunden in Anspruch. Und es wird wohl auch
nach dem Dresdner Parteitag weitergehen. Die SPD ist zutiefst
verletzt, fühlt sich ungerecht behandelt und von der alten Führung im
Regen stehen gelassen. Parteikongresse sind auch ein Ventil für lange
angestauten Frust der Basis. Ein wirklicher Neuanfang, den die vom
Wähler so brutal abgestrafte SPD bitter nötig hat, braucht seine
Zeit. Flotte Münte-Parolen helfen da nicht weiter.
An den tiefgreifenden Sozialreformen Hartz IV und Rente mit 67
scheiden sich auch auf dem Parteitag die Geister. Die Münte und Co.
wollten keine Abstriche, sondern bestenfalls kleine Korrekturen
zulassen. Die neue SPD-Führung will den tiefen
gesellschaftspolitischen Konflikt mit flotten Formelkompromissen
übertünchen. Eine große Mehrheit der Parteibasis jedoch geht frontal
gegen die Schröder-Müntefering-Reformen vor. Der Dresdner Parteitag
versucht, den Aufbruch der SPD in die Zukunft zu begründen. Es bleibt
die Frage: Aufbruch wohin?
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Ostsee-Zeitung
Thomas Pult
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