Ostsee-Zeitung: Kommentar zum Öl-Embargo



Rostock (ots) – Kein Öl mehr aus dem Iran! Das Embargo – verhängt mit dem Ziel, das iranische Atomprogramm zu stoppen – könnte sich für die EU zum Bumerang entwickeln. Ohnehin haben Ölsanktionen fast nie ihre politischen Ziele erreicht. Sie wurden meist umgangen. Weder Saddam Hussein noch Muhammar el Gaddafi konnten durch ein Öl-Embargo gestürzt werden. Zudem wurde es der EU zu einem ungünstigen Zeitpunkt aufgedrängt. Schon jetzt produzieren die meisten Opec-Staaten am Rande des Limits. Saudi-Arabien, das Land mit den größten Ölreserven, hat Angst vor politischen Unruhen und steckt derzeit viel Geld in Sozialprogramme – finanziert über einen stetig steigenden Ölpreis. Doch genau der ist Gift für die ohnehin lahmende Konjunktur in den Industriestaaten. Ein hoher Ölpreis erhöht den Inflationsdruck. Kredite werden teurer. Wenn nach dem bürgerkriegsgelähmten Libyen nun auch noch der Iran als Lieferant ausfällt, könnte der ohnehin störanfällige Ölmarkt noch instabiler werden. Dieser Schuss könnte zum Rohrkrepierer werden.

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Ostsee-Zeitung
Jan-Peter Schröder
Telefon: +49 (0381) 365-439
jan-peter.schroeder@ostsee-zeitung.de

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