Rostock (ots) – “Bonn hört mit!” Das ist weder alte Propaganda,
noch aus einem James-Bond-Drehbuch – das war in jüngster
Vergangenheit deutsche Realität. Pinke Langohren vom Rhein erhoben ab
2005 ein Jahr lang illegal die Verbindungsdaten von mindestens 55
Telekom-Kunden. So wollten sie Lücken der Geheimhaltung im
Aufsichtsrat des Bonner Konzerns schließen, wie es hieß.
Jetzt reicht der Kreis der Betroffenen dieser üblen Masche gar in die
Verdi-Spitze, und der Staatsanwalt rechnet mit weiteren Geschädigten.
Auch der damalige Sicherheits- und Personalchef des Konzerns mit dem
pinkfarbenen T soll bespitzelt worden sein! So kann den
Branchenspruch “Vernetztes Leben und Arbeiten” nur jemand mit sehr
viel krimineller Energie verstehen. Im schlimmsten Falle kostet diese
uferlose Selbstgerechtigkeit der für diesen Skandal Verantwortlichen
weitere Jobs im seit 1996 börsennotierten Unternehmen.
Ex-Konzernchef Kai-Uwe Ricke gab zu, den Späh-Auftrag ausgegeben zu
haben, und die neue Firmenspitze will sich entschuldigen. Das reicht
nicht! Erst ein Gerichtsurteil und wirksame Kontrollen werden dafür
sorgen können, dass der neue Werbeslogan der Telekom: “Erleben was
verbindet” nicht nach hinten los geht: “Wer sich verbinden lässt,
kann was erleben”.
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Ostsee-Zeitung
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