Osteoporose-Versorgung in den USA in Gefahr



Schlechte Patientenversorgung durch Sparmaßnahmen bei Knochendichtemessung / Osteoporoseprävention und -behandlung nicht mehr optimal gewährleistet

(pressebox) Heidelberg, 12.11.2008 – Die November-Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift Osteoporosis International berichtet darüber, dass in den amerikanischen Medicare-Programmen die Ausgaben für Messungen der Knochendichte (DXA) so stark gesenkt wurden, dass sie weit unter den Kosten für dieses Diagnoseverfahren liegen. Fachleute gehen davon aus, dass diese wichtige medizinische Leistung von zahlreichen niedergelassenen Ärzten sowie in Kliniken vermutlich nicht mehr in dem bisher üblichen Umfang erbracht wird. Dadurch wird die breite Masse der Bevölkerung nicht länger von einer solchen Untersuchung profitieren können, mit besonderen Risiken – sprich Knochenbrüchen – für Osteoporose anfällige Personen.

Diese Einschnitte bei der Kostenrückerstattung laufen den bereits in Kraft getretenen bundesstaatlichen Initiativen zuwider, denen zufolge mehr Anreize für die Prävention von Knochenbrüchen geschaffen und die Maßnahmen zur Vorbeugung, Diagnose und Behandlung von Osteoporose verbessert werden sollen.

Der Beitrag macht deutlich, dass DXA ein wichtiges diagnostisches Verfahren darstellt, um Personen mit erhöhtem Frakturrisiko zu erkennen und den bereits Erkrankten bei der Überwachung der Gesundheit ihres Knochenapparats zu helfen. Es handelt sich um ein anerkanntes Untersuchungsverfahren zur Vermeidung und Reduzierung von kostenintensiven Frakturen, für die das nationale Gesundheitswesen schon jetzt bereits 18 Milliarden US-$ aufbringen muss und deren Kosten sich schätzungsweise um 50 Prozent im Laufe der nächsten zwanzig Jahre auf 25,3 Milliarden US-$ bis zum Jahr 2025 erhöhen werden.

Die Autoren des Beitrags, E.M. Lewiecki, S. Baim und E.S. Siris, unterstützen zwar "…Maßnahmen der Bundesstaaten zur Eindämmung der Gesundheitskosten und zur Vermeidung unnötiger medizinischer Leistungen." Doch angesichts der geplanten Einschnitte bei der Kostenrückerstattung durch Medicare-Programme "können weniger Patienten mit erhöhtem Frakturrisiko erkannt und behandelt werden. Die Folge davon sind mehr Osteoporose bedingte Knochenbrüche."

Im Artikel wird eine jüngst von der The Lewin Group erstellte Studie zitiert, in der festgestellt wird, dass durch eine Erhöhung der Erstattungsbeträge für DXA auf das Niveau von 2006 Einsparungen für das Medicare-Programm in Höhe von 1,14 Milliarden US-$ über 5 Jahre aufgrund der geringeren Anzahl von Osteoporose bedingten Knochenbrüchen erzielt werden könnten.

Durch Osteoporose werden heute jährlich rund zwei Millionen Knochenbrüche verursacht, die häufig zu Immobilität, Schmerzen, Unterbringung in einem Pflegeheim, Isolation und sonstigen gesundheitlichen Problemen führen. Dies alles sind Folgen, die größtenteils durch fachgerechte Knochendichtemessungen und Diagnosen verhindert werden könnten.

Quelle
1. Lewiecki EM, Baim S, Siris ES (2008) Osteoporosis care at risk in the United States.
Osteoporosis International. DOI 10.1007/s00198-008-0716-x

Ansprechpartner:

Frau Renate Bayaz
Springer Corporate Communications
Telefon: +49 (6221) 487-8531

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