Erlangen (ots) – Die von der Bundesregierung eingesetzte Ethikkommission “Sichere Energieversorgung” diskutiert heute mit rund 30 Gästen aus unterschiedlichen Bereichen über deren Vorstellungen zur zukünftigen deutschen Energieversorgung. Ulrich Gräber, Sprecher der Geschäftsführung der AREVA in Deutschland, begrüßt grundsätzlich diesen Ansatz, Themen von zentraler Bedeutung durch ein breites Spektrum gesellschaftlich relevanter Gruppen bewerten zu lassen. An die Politik appelliert Gräber, fundamentale Entscheidungen zur Energieversorgung sorgfältig zu durchdenken und auf Basis realistischer Annahmen zu treffen. “Ein Wettlauf um eine vermeintliche Wählergunst macht unsere Energieversorgung nicht sicherer”, so Gräber. Nötig sei vielmehr eine verlässliche und langfristig orientierte Energiepolitik. “Eine Politik, die den Menschen Dinge verspricht, die nicht haltbar sind, gefährdet den Wohlstand Deutschlands und ist langfristig zum Scheitern verurteilt”, so Gräber weiter. Deutschland müsse sich bewusst sein, dass außerhalb seiner Landesgrenzen in Europa rund 190 Reaktorblöcke am Netz oder im Bau seien, die unabhängig von deutschen Alleingängen noch auf lange Sicht weiter betrieben würden.
“Die globalen Herausforderungen an die Energieversorgung haben sich auch nach Fukushima nicht geändert: Die Weltbevölkerung wächst und benötigt ausreichend Strom. Und dieser Strom muss sicher, klimaschonend und wirtschaftlich erzeugt werden”, betont Gräber. Wie bei Unfällen in anderen Industrien und Lebensbereichen auch, muss jetzt möglichst schnell analysiert werden, welche Lehren aus dem Reaktorunglück von Fukushima zu ziehen sind. Dann gilt es, diese entsprechend zu berücksichtigen und umzusetzen.
Weltweit werden auch in Zukunft Kernkraftwerke betrieben und neu gebaut. Die Themen Sicherheit und sicherheitsrelevante Modernisierungs- und Nachrüstmaßnahmen werden weiter an Bedeutung gewinnen. Deutschland verfügt über ein großes, international anerkanntes kerntechnisches Know-how. “Unsere gesellschaftliche Verantwortung sollte sich daher nicht darauf richten, die deutschen Kernkraftwerke mit ihren anerkannt hohen Sicherheitsstandards außer Betrieb zu nehmen, sondern vielmehr darauf, unsere nukleare Expertise weltweit für einen sicheren Betrieb der Kernkraftwerke einzusetzen”. Die kerntechnische Kompetenz Deutschlands spielt auch innerhalb der AREVA-Gruppe eine zentrale Rolle. So ist der deutsche Hauptsitz Erlangen mittlerweile der größte Ingenieursstandort der AREVA weltweit. Insgesamt hat AREVA in Deutschland in den vergangenen zwei Jahren 1.200 Mitarbeiter eingestellt, um der weltweit steigenden Nachfrage nach CO2-armen Stromerzeugungstechnologien nachzukommen. Hierzu zählen neben der Kernenergie auch im verstärkten Maße die erneuerbaren Energieträger. In beiden Geschäftsfeldern ist AREVA in Deutschland mit insgesamt 5.700 Mitarbeitern stark aufgestellt.
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