Essen (ots) – Ehrlich gesagt, wäre man auf eine ganz andere Rede
neugieriger gewesen, auf einen Blick nach vorn. Diese ungehaltene
Rede hätte vielleicht mit den Worten “in aller Freundschaft”
angefangen und vom Versagen einer Ordnungsmacht gehandelt; von einem
Amerika, das mal der politische Polarstern der Welt war, aber nicht
mehr allen als Orientierung dient; von einem Amerika, das mit der UNO
so wenig anzufangen weiß; und von einem Amerika auch, das im Umgang
mit Menschenrechten schon lange kein Vorbild ist. Es wäre, wie
gesagt, eine völlig andere Rede gewesen, über enttäuschte Liebe und
über verlorene Illusionen. Es ist nicht Merkels Erfahrungswelt und
noch weniger ihr politischer way of life. Sie ist zu pragmatisch. Sie
wollte den Packen nicht noch schwerer machen, den US-Präsident Barack
Obama ohnehin zu tragen hat. Angela Merkel war ein gefälliger Gast.
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