Essen (ots) – Josef Ackermann bleibt ehrgeizig. Die Krise ist für
Normalbürger noch lange nicht ausgestanden, da peilt die Deutsche
Bank schon wieder einen Rekordgewinn von zehn Milliarden Euro an.
Gegen ehrgeizige Ziele ist nichts einzuwenden. Profit und Rendite
sind die ureigensten Triebfedern des Kapitalismus. Doch bei
Ackermanns Bank bekommt man mehr und mehr den Eindruck, dass das
Geldverdienen zum reinen Selbstzweck verkommt. Zehn Milliarden Euro
Gewinn – und dann? Was will Ackermann sinnvolles damit anfangen? Für
einen Rettungsfonds, mit dem künftige Krisen vermieden werden können,
will er jedenfalls kaum einen Cent abzweigen. An eine Kompensation
für das Elend, das die Krise der Finanzbranche über die Welt gebracht
hat, denkt sowieso kein Banker. Das ist empörend. Die global
agierenden Geldinstitute, sie verlieren endgültig die Bodenhaftung.
Jeden Tag entfernen sie sich ein Stück mehr von den Gesellschaften,
die sie tragen – und die sie in ihrer dunkelsten Stunde gerettet
haben. Ist das schamlos? Mehr als das.
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