NRZ: Kommentar zu Absturz bei Smolensk



Essen (ots) – Katyn, ausgerechnet dieses für viele Polen
verfluchte russische Dorf, markiert wiederum einen grausamen
Einschnitt in der Geschichte einer ohnehin leidgeprüften Nation. Nach
Katyn, wo Stalin vor 70 Jahren mehr als 20.000 polnische Offiziere
hinrichten ließ, um die Eliten auszurotten, war Polens Staatsspitze
aufgebrochen, um der Opfer zu gedenken und dem modernen Russland die
Hand zu reichen. Erneut sind bei Katyn die Besten des Landes
gestorben. Neben dem Präsidenten waren es eben jene hochrangigen
Politiker, Militärs und Kirchenführer, die zur Aussöhnung mit
Russland bereit waren. Schon melden sich die notorischen Zweifler und
behaupten, dies könne kein Zufall sein. Unsinn. Angesichts der Tragik
und der grenzenlosen Trauer blieb die deutsche Reaktion merkwürdig
blass. Es hätte einer stärkeren Geste gegenüber Warschau bedurft, um
die echte Betroffenheit unserer Bürger zum Ausdruck zu bringen. Ein
Tag der Staatstrauer wäre ein angemessenes Symbol unseres Mitgefühls.

Pressekontakt:
Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung
Redaktion

Telefon: 0201/8042607  

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