NRZ: Kommentar: Wulff im Fegefeuer – von MIGUEL SANCHES



Essen (ots) – Es ist verständlich, dass die CDU ihre Geduld mit Christian Wulff verliert. SPD-Chef Sigmar Gabriel hat es geschafft, die Erinnerung an Merkels Verantwortung für Wulff wach zu halten. Als Horst Köhler zurücktrat, war das übertrieben, aber geschah aus edlen Motiven: um das Amt zu schützen. Wulff denkt nur an sich. Die Präsidentschaft ist sein politisches Schnäppchen. Er will das Amt ausüben, ja: üben. Der CDU dämmert, dass es ein Schrecken ohne Ende wird. Peter Altmaier agiert kaum auf eigene Rechnung. Er fordert Aufklärung – in Merkels Interesse. Stellt sich Wulff taub, muss Merkel selbst Tacheles reden. Bleibt er hart, steht sie hilflos da. Für ihn ist das Mediengewitter eine Art Fegefeuer, durch das er geht. Als guter Katholik kennt er den Ausgang: Erlösung.

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