Nobelpreisträger Professor Dr. Manfred Eigen rät zu Korrekturen bei der Exzellenzinitiative



Frankfurt am Main (ots) – Anlässlich der Verleihung der Nobelpreise in Stockholm und Oslo äußert sich jetzt Prof. Dr. Manfred Eigen zum Wissenschaftsstandort Deutschland. Es sei doch sehr bemerkenswert, so der Chemienobelpreisträger und emeritierte Direktor des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen, dass die Mehrzahl der gestern in Stockholm mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Wissenschaftler an amerikanischen Universitäten forsche. Die universitäre Bildung in Deutschland genieße zwar nach wie vor einen guten Ruf in der Welt, sagte Eigen, der bis heute einen Teil des Jahres regelmäßig in den USA verbringt. Doch müsse Vorsorge getroffen werden, dass deutsche Hochschulen nicht den Anschluss an die Spitzenforschung verlören. Ob dazu die sogenannte Exzellenzinitiative in der aktuellen Ausprägung das geeignete Mittel sei, bezweifelt allerdings Deutschlands höchst geehrter Wissenschaftler: “Das damit formulierte Leitbild der Elite-Universität halte ich für abwegig, da keine Universität als Ganzes, sondern immer nur in einzelnen Fachbereichen Hervorragendes leisten kann.” Deshalb solle man gezielt Leistungen und nicht Institutionen fördern. Eine lebendige Forschung sei eine der wesentlichen Voraussetzungen für Innovationen, die für wirtschaftliches Wachstum permanent erforderlich seien, betonte Eigen, der dem Kuratorium der Kunststoffindustrie angehört. Um den wissenschaftlichen Wettbewerb unter den Hochschulen zu stärken, solle ihnen nach Eigens Meinung mehr Autonomie bei Personalentscheidungen zugestanden werden.

Der heute 82-jährige Chemienobelpreisträger ist so häufig geehrt worden wie kaum ein anderer deutscher Wissenschaftler. Zu seinen weiteren Auszeichnungen gehören so renommierte Preise wie der Otto-Hahn-Preis und die Paul-Ehrlich-Medaille und insgesamt 15 Ehrendoktorwürden unter anderem der Universitäten Harvard, Cambridge/UK und Jerusalem. Eigen ist Mitglied im Kuratorium der Kunststoff-Industrie, das im Jahr 2000 vom Kunststofferzeugerverband PlasticsEurope Deutschland e.V. gegründet wurde. Das unabhängige Gremium, dem Persönlichkeiten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen wie Politik, Kultur, Wissenschaft und Sport angehören, bringt Industrie und Gesellschaft zum kritisch-konstruktiven Dialog zusammen. Vorsitzende ist die Rechtsanwältin und Staatsministerin a. D. Klaudia Martini.

Die weiteren Mitglieder: Verena Auffermann (Journalistin und Autorin), Margit Conrad (Ministerin für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz), Olaf Heukrodt (Mitglied des Präsidiums des Deutschen Olympischen Sportbundes und Präsident des Deutschen Kanuverbands), Prof. Dr. Robert Leicht (Politischer Korrespondent und Kolumnist), Prof. Dr. Rolf Mülhaupt (Direktor des Instituts für Makromolekulare Chemie der Universität Freiburg), Prof. Dr. Paul Nolte (Professor für Neuere Geschichte mit besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte in ihren internationalen Verflechtungen an der FU Berlin), Hubertus Schmoldt (früherer Vorsitzender der IG BCE), Günter Schwank (Unternehmer und Ehrenpräsident des Gesamtverband Kunststoffverarbeitende Industrie) und Prof. Dr. Rudolf Stauber (Hauptabteilungsleiter Betriebsfestigkeit und Werkstoffe, BMW Group).

Pressekontakt:

Kuratorium der Kunststoff-Industrie,
Kommunikation, Michael Herrmann
Mainzer Landstraße 55, 60329 Frankfurt am Main
Telefon: 0 69/25 56-13 06, E-Mail:
michael.herrmann@plasticseurope.org
Weitere Informationen: www.kuratorium-kunststoff.de

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