Berlin (ots) – »Tragfähige Unternehmenskonzepte« sind in der
Autoindustrie derzeit so etwas wie der Stein der Weisen. Das liegt
zum einen an der tiefen Krise der Branche und zum anderen daran, dass
Regierungen die vielerorts gewünschten staatlichen Hilfsmilliarden
ohne sie nicht ausreichen möchten.
Es war zu befürchten, dass den einfallslosen Konzernspitzen nur das
Übliche einfällt: Kostenreduzierung vor allem zu Lasten der
Belegschaft. Fatal wäre es, wenn sich die Politik damit zufrieden
gäbe. Doch danach sieht es aus – mit der Einschränkung, dass die
sozialen Lasten möglichst Standorten im Ausland übergeholfen werden.
Dieser Logik könnten die staatlichen Hilfen in den USA und Frankreich
folgen; bei Opel und Schaeffler könnte es ähnlich kommen.
Verständlich ist die Kritik daran, dass der defizitäre US-Konzern
General Motors ausgerechnet bei der besser dastehenden Europa-Tochter
die Axt ansetzen will. Merkwürdig nur, dass die gleichen deutschen
Politiker schwiegen, als BMW entgegen früheren Versprechen der
DAX-Konzerne den Abbau von 850 Jobs ankündigte – bei der profitablen
britischen Tochter Mini.
Eigentlich müsste die Politik, entsprechend der international
vernetzten Autoindustrie, länderübergreifend über Wege aus der Krise
beraten, statt mit dem Finger auf andere zu zeigen. Dann freilich
müsste es um grundsätzliche Änderungen am klimapolitisch fatalen
Geschäftsmodell und bei den Eigentümerstrukturen gehen. Nur dies wäre
»tragfähig«.
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